Der Wert der Werte in der Unternehmensführung

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Gelebte Werte in der Unternehmensführung steuern besser „als nackte Kennzahlen“, behauptet die Universität Witten/Herdecke in einer Einladung zum dortigen Symposium des Reinhard-Mohn-Instituts (RMI) am heutigen Dienstag. Nun nutzt der Termin zwar leider nur Kurzentschlossenen, doch die Botschaft der dort vorgestellten Untersuchung klingt nach Dauerhaftem. Für die Studie, die im Auftrag der „Wertekommission – Initiative Werte Bewusste Führung e.V.“ (sic!) entwickelt wurde, befragten die Forscher 350 Manager aus verschiedenen Hierarchieebenen von Unternehmen. Ein Ergebnis:  Werte im Unternehmen dienen als Orientierungshilfe für Mitarbeiter, die zunehmend eigenverantwortlich arbeiten müssen. Klar, wir denken sofort an ein Schiff, auf dem der Kapitän anhand des Kompass (im Bild; Foto: DL Consulting/pixelio.de) den Kurs vorgibt. Nur rudert die Besatzung heute nicht mehr stumpf und stumm nach Trommeltakt und mit Peitschenhieben. Für die Fahrtrichtung müssen mittlerweile mittels interner Kommunikation möglichst alle mitgenommen werden. Auch Kunden interessiert, wohin es geht. Anders formuliert:

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Apple: iPhone 6 ersetzt Kreditkarte

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Schlagzeilen über Apple ziehen immer, hoffen so wie ich womöglich auch die Verfasser von Pressemitteilungen der Universität Augsburg – statt Vertrauen in die Strahlkraft ihres Leiters der „Forschungsgruppe wi-mobile“ mit dem immerhin interessanten Namen Dr. Key (!) Pousttchi (!!) zu legen, um das vermutlich eher unbekannte Gesicht vor der, na ja, „Skyline“ ausgerechnet von – nennen wir es mal – „augmented“ Augsburg von dem mindestens ebenso schön benamsten Foto-Urheber Klaus Satzinger-Viel (sic!) ablichten zu lassen. Puh. Dann schiebt man dem Professor ein Bonmot in den Mund beziehungsweise noch ein knackiges Zitat wie dieses vorweg: „Das Marketing für Endkunden wird sich in den nächsten fünf Jahren mehr verändern als in den 40 Jahren davor.“ Um schließlich ein fünfphasiges Fragen-Feuerwerk zu zünden, damit faule Redakteure das angebotene Interview mühelos ins Medium hieven können.

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Einkaufsverhalten: Konsumlust steigt mit Distanz

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Kontakt als Konsumlustkiller im Einkaufsverhalten: Gewinnt das Onlineshopping womöglich immer mehr Freunde, weil im Gegensatz zum stationären Handel hier auch unbelästigt von Fremden das Stöbern möglich ist? Der Eindruck entsteht angesichts der Ergebnisse eines Forschungsprojektes, in dem Michael Luck – hier im Bild von Edeltraud Altrichter/Uni Rostock – den „Einfluss fremder Menschen auf das Kaufverhalten zwischen den Regalen im Supermarkt“ untersucht hat. Falls die hölzerne Regal-Wand im Fotohintergrund allerdings die Anmut des Forschungslabors wiedergibt, wundern die ernüchternden Ergebnisse mit Belegen für Konsumhemmnis bzw. -frust wenig, denn ein halb fertig aufgebautes und erfahrungsgemäß dem Umfallen zugeneigtes Steckelemente-System der Modellmarke „Ivar“ aus der Ikea-Aufbewahrungsserie, lieblos bestückt mit Salzstangen und Butterkeksen, dürfte unabhängig von Umstehenden kaum Impulskäufe auslösen.

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Sponsoring in Proficlubs auf dem Prüfstand

GG-437_BVB_CL_Arsenal_420x270_X3Partnerschaften starker Marken passen nicht immer, ermittelte eine Studie der Technischen Universität Braunschweig zum Bundesliga-Sponsoring anhand einer Untersuchung für die erste und zweite Fußballliga. Kritisch sehen die Autoren das (positive) Transferpotenzial zwischen Sponsor und Verein etwa in den Partnerschaften von Wiesenhof und Werder Bremen oder Gazprom und Schalke 04. Denn diese erzielten die niedrigsten „Sponsor-Fit-Werte“ aller analysierten Engagements. Eine bessere Rolle als „Gesamtmarkenoptimierer“ spielen danach die Partner Borussia Dortmund mit Evonik (Werbemotiv im Bild oben) und Turkish Airlines oder Bayern München mit der Deutschen Telekom, der Allianz-Versicherung und der Hypovereinsbank oder Borussia Mönchengladbach mit der Santander-Bank. Vermutlich besonders schlimm fürs Image, aber gut für die Bekanntheit der Marken: Wenn ein Gigant wie Gazprom mit Schalke gegen ein putziges „Feldschlösschen“ als Sponsor von Dynamo Dresden verliert, wie am vergangenen Montag in der ersten Runde des DFB-Pokals.

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Verkehr: Mit Empathieaufruf gegen Angst-Ärger-Raser

Warnschild-AutobahnAllen (Verkehrs-)Warnungen zum Trotz: Offensichtlich sind viele Geisterfahrer vom verkehrten Weg kaum abzubringen. Dennoch plant das Bundesverkehrsministerium derzeit ein digitales Pilotprojekt als Frühwarnsystem für Falschfahrer an Autobahnauffahrten, voraussichtlich im vermutlich besonders gefährdeten Süddeutschland. Die gelben Warnschilder (im BMVI-Bild, Quelle: Autobahndirektion Süd), die aktuell nach österreichischem Vorbild an einigen Auffahren in Bayern getestet werden, reichen wohl immer noch nicht aus. Sakra, wie dämlich muss man sein?! Oder erregen womöglich andere, bisher unbeherrschbare Emotionen den elendigen Einfluss auf fehlerhaftes Fahrverhalten? Die Ergebnisse einer neuen Studie lassen darauf schließen und neue kommunikative Konsequenzen erwarten.

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Internationalisierung mit Kehrseiten

GG-BrauseJede Internationalisierung kann mit der Verbindung von Kulturen überraschende Aufgaben der Aufklärung bereithalten: Eine außergewöhnliche Herausforderung an klare Kommunikation beherzigt sichtlich das Novotel Amsterdam City angesichts seiner Hotelgäste aus aller Welt, die vermutlich im Zuge zunehmender globaler Reisetätigkeit dort tagtäglich einkehren, um dann möglicherweise im Bad unkonventionelle Techniken der Körperreinigung zu praktizieren. Zumindest lässt der abgebildete Hinweis „We kindly request you to take your shower in the bathtub“ erahnen, dass zuvor versehentlich ganze Etagen überschwemmt wurden wie jüngst Münster nach dem Unwetter. Nicht ohne Komik gestaltet sich meine Vorstellung, dass ahnungslos schlafende Besucher von einem vollgetropften Ohr erwachen, weil im Stockwerk drüber wonnig Brausende ausgiebig abseits der Wanne das Wasser laufen lassen.

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Werbung im Ethnolekt – oder: „Bin isch Urlaub“

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Den Einzug „ethnolektaler Formen“ in die Alltagssprache sieht Dr. Diana Marossek (hier im Bild von Thomas Schubert) auf dem Vormarsch. Die 30-jährige Soziolinguistin untersuchte für ihre Dissertation an der Technischen Universität Berlin (TUB?) die Entwicklung sogenannter „Ghettosprache“ anhand von Jugendlichen in 30 Schulen der Bundeshauptstadt. Eines ihrer jetzt eröffneten Ergebnisse lautet: Die reduzierte Syntax fließe vermehrt ein ins gesprochene Berlinerische, das selbst schon Artikel und Präpositionen weglasse. Medien, Werbung, Radio und Film setzten zudem den „Ethnolekt“ längst als stilistisches Mittel ein. Beeindruckende Beispiele verbreiteter Verwendungen auch rund um Produkt- und Händlermarken liefert sie gleich mit: „Hast du Edding?“; „Alex, du Spast, gehst du wieder heimlich Plus?!“ – „Klar, man. Hinterher geh ich wieder Döner!“; „Muss ich Quark Kirschen tun oder Kirschen Quark?“. „Muss Du Claudia Bertani fragen, Alder“, möchte man mitmischen. Konsequenzen etwa für Texter in Werbeagenturen sind übrigens nicht zu erwarten, denn die schreiben ja schon das neue Sprachengemisch.

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Nachhaltigkeit mit System und Sensation

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Lebensmittelhändler Edeka spielt das Thema „Nachhaltigkeit“ zwar nachhaltig auf Aufmerksamkeit zielend ebenso über seine Website (siehe Screenshot oben) wie auch in seinen Läden, aber insgesamt ist es rund ums Bio-Sortiment eher ruhig geworden, möchte man meinen. Vielleicht liegt’s daran, dass sich diese Produkte schon einen festen Nischenplatz in den Regalen erobert haben und stillschweigend akzeptiert sind. Aber wäre dieses Geschäftsfeld nicht weiter ausbaufähig? Nun trommelt die Uni Witten/Herdecke erneut für eine stärkere Berücksichtigung, weil Nachhaltigkeit für Unternehmen der Lebensmittelbranche immer wichtiger werde. Diese Botschaft geht vom soeben beendeten zweiten „Unternehmertag“ aus, bei dem „50 Topvertreter von Handels- und Herstellerseite“ aufeinander trafen und für die Ernährungsbranche langfristige Konzepte in gemeinsamer Kooperation forderten. Es sei elementar, Mitarbeiter wie Kunden dafür zu begeistern und so den Wandlungsprozess anzustoßen. Wer hätte das gedacht?

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Spiritus Service: Mit Kunden im Klinsch

GG_Kundenmonitor-07-2014Kundenservice paradox: „Aggressivität und Gewalt“ herrschen im Kontakt zwischen Unternehmen und Kunden weiterhin auf hohem Niveau. Der Knatsch und der Knies in dieser Beziehung nimmt sogar noch zu, lautet ein Ergebnis im „Kundenkonfliktmonitor 2014“ als Trend in der Dienstleistungsbranche. Die Auseinandersetzungen häuften sich insbesondere im telefonischen und persönlichen – na ja: – Dialog, stellt der Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Darmstadt aktuell fest, nachdem er die Daten zum vierten Mal erhob. Der Befund insgesamt verursacht Kopfschütteln und Augenrollen, weil die befragten Firmen weiter Spiritus in lodernde Flammen schütten. Statt einen Spiritus im Sinne von einem Geist für Service zu entwickeln. Und statt mit beschwerdefreien Leistungen und Personalschulungen gegenzusteuern, schicken sie Anrufer offenbar lieber ins Warteschleifen-Nirvana und reden beruhigend auf ihre depressiven Service-Sklaven ein als wären es kranke Pferde. Wenn jeder zweite der 199 ausgefüllten Fragebogen prognostiziert, dass künftig noch mehr Ärger zu erwarten ist, dann darf hier fürs Schweigen (symbolisch fotografiert und stilisiert im Bild oben) kein Deckmäntelchen gereicht werden.

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