Grexit-Gegacker oder die Rettung der westlichen Welt

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Imbiss als “registered trade mark” mit R-Symbol: Diese mobile Marken-Verpflegungsstation an der äußersten Südspitze Europas rettet in See stechende Touristen auf dem Weg in die USA vor dem Hungertod. Angeblich mit frischen Originalen nach Art aus Thüringen und aus Franken. Aber Achtung: Nur schrecklich heftiges Heimweh treibt den seltsam schmeckenden Fleischschlauch rein.

Worin die Rettung der westlichen Welt besteht, dafür eröffnet eine andere Perspektive rund 1.808 Kilometer Luftlinie entfernt vom Zuhause neue Horizonte. Aus der Distanz betrachtet nimmt etwa das tägliche Griechenland-Gegacker insbesondere in deutschen Medien geradezu groteske Formen an. Unaufgeklärte Urlauber, die sich einzig über die blöde „Bild“-Zeitung ihre Meinung bilden, fürchten vermutlich nie wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können. Denn angeblich verprassen die Pumpliesen aus Athen alles gute Geld aus Germania. Mit der Deutschen liebsten Angst vor Armut, der sie krankhaft mit Geizgeilheit begegnen, spielen zusätzlich die Metaxa-Marketer von Mobilcom-Debitel über ihre nervige Verkaufskampagne „Das Costa fast gar nix!“. Von wegen „Kalimera, Freunde!“ Da wird der teutonische Tourist zum Terroristen: Wartet, wenn wir wiederkommen! Attacken auf den Wohlstand des Abendlandes werden umgehend geahndet. Andererseits rät mein Reiseführerbüchlein: Landsleute geben fünf, Ausländer zehn Prozent Trinkgeld im Restaurant. Was das bedeutet für Besucher, die sich hierzulande wegen der großen Portionen inklusive Fleischberg die Wampe füllen bei „Artemis“, „Hellas“ oder „Syrtaki“, mag sich jeder selbst ausrechnen beim abschließenden Ouzo.

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Handel im Wandel als Heft

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Dem Wandel im Handel und der Zukunft im Verkauf widmet sich die aktuelle Ausgabe 02/15 von return – Magazin für Unternehmensführung und Sanierung“. Viele Fälle und alle Statistiken belegen: Nach Gastgewerbe und Bau gehört das stationäre Warengeschäft zu den Branchen mit den höchsten Insolvenz-Quoten. Orientierung, Inspiration und konkreten Nutzwert verspreche ich allen, die sich Zeit zur Lektüre der genannten Zeitschrift nehmen. Die Leiden der Läden sind weder neu, noch gehen sie allein auf negative Impulse durchs Onlineshopping zurück. Klagenden Krämerseelen sei ins Stammbuch geschrieben: Euer Geschäftsmodell krankt ähnlich wie diejenigen in anderen Sparten an einem fiesen Virus, dessen Wirkung vom Verändern abhält. Zu verbreitet ist die „Ja, aber“-Mentalität. Hier regiert Angst, hier mangelt es an Mut, hier fehlt Führung. Warum beispielsweise haben die meisten Handelsunternehmen, sogar die großen Konzerne, keine innovative Forschungs- und Entwicklungsabteilung?

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Keine Krise kriegen mit „return“

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Krise als Chance: Gelegentlich gehören Gelegenheiten, selbst die Wende zum Besseren einzuleiten, zum großen Glücksfall unseres Lebens. Wenn es gelingt, bedeutet uns die saloppe Redewendung („die Kurve kriegen“) ziemlich unbekümmert, dass wir (schließlich doch noch) etwas geschafft oder erreicht haben, also nicht gescheitert sind. Nur keine Krise kriegen! Wiedererstarkte Rückkehrer, die einen „return“  hingelegt haben, genießen gleichwohl global Respekt. Simple Sprüche wie der von Arnold Schwarzenegger ausgerechnet in seiner einzig bleibenden Parade-Rolle als Terminator („I’ll be back!“) haben gar Kultstatus erreicht, obwohl es sich doch eben nicht um einen endgültigen Auslöscher, sondern eher um einen endlos sich wiederholenden Abgrenzer handelte. Kurzum: Wir mögen Menschen, die (soeben) die Kurve kratzen oder den Bogen heraushaben, eigentlich ganz gern. In der deutschen Wirtschaft ist das mit zum Erfolg zurück Wandelnden seltsamerweise anders.

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Zukunft der Stadt – mit menschlichem Leben?

Der „Zukunftsstadt“ widmet sich das soeben gestartete „Wissenschaftsjahr“. Dabei wollen Wissenschaftler nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch Ideen für intelligentes Leben und nachhaltiges Wohnen in Metropolen entwickeln und umsetzen. Beides mag manch’ einer dort gar nicht erwarten. Erwarten dürfen wir aber zumindest besser gestaltete Bilder einer Vision, die keine Angst einjagt wie diese entleibte Welt im Film. Laut Abspann entstand diese optische Halluzination von Fraunhofer-Forschern zwar „im Auftrag der Zukunft“, über den Auftraggeber und seine Motive lässt das Ergebnis aber nichts Gutes vermuten. Für Proteste ist es zu spät, denn praktikable Lösungen für „Smart Cities and Communities“ entstehen europaweit bald konkret in Manchester, Eindhoven und Stavanger. Später folgen Leipzig, Prag und Sabadell, rund zwanzig Kilometer vor Barcelona. Diese sterile neue Welt schauen wir uns dann zur Sicherheit aber erstmal an und beobachten eingehend das Vegetieren von Eingeborenen wie beim Besuch von zahmen Tieren im Zoo. „Wegweisende Konzepte“ für Energieversorgung, Mobilität und Informationstechnologie verspricht Alanus von Radecki vom Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO). Er koordiniert das EU-Projekt mit dem lateinischen Titel „Triangulum“. Im Dreieck dürften Großstädter schon jetzt ticken.

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Marken-Authentizität: Brands fallen wie Barrikaden

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Fort Knox ist sicher besser bewacht und geschützt gegen die tagtäglichen Indianerüberfälle, fieser Affront der Reservat-Eingeborenen gegen die großartigen USA, als diese Wildwest-Attrappe im Nirgendwo zwischen Nevada und Arizona. Jetzt liegt die Frage an Unternehmer nahe: Wie gut verteidigen Sie Ihre Marke gegen dahergelaufene Verbraucher? (Bildquellenangabe: FotoHiero/pixelio.de)

Der Erfolg von Marken entscheidet sich nicht mehr über den von Unternehmen selbst definierten Anspruch, sondern über die von Konsumenten wahrgenommene Authentizität. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Universität Bremen und der rheinischen Cologne Business School (CBS). In ihrem Beitrag „Brand authenticity: model development and empirical testing“ verweisen die Autoren als Gründe unter anderem auf „zunehmend austauschbar wahrgenommene Marktangebote“ und auf „erhöhte Markttransparenz“. Letztgenannte sei insbesondere durch die sozialen Medien hervorgerufen. So pauschal darf das hier natürlich nicht stehen bleiben. Der Hinweis, dass eine nicht unerhebliche Unterscheidung zwischen Brands im B-to-C- und im B-to-C-Geschäft sinnvoll erscheint, ist das Mindeste. Gleichwohl beizupflichten ist den Forschern, dass Unternehmen und Produkte unter Markenzeichen heute schneller und stärker in der öffentlichen Diskussion stehen. Ganz allein halten Manager die Markenführung also nicht mehr in den Händen.

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Textil-Innovation in Sechsfach-Beschichtung

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Perlen für die Schläue: Während Wasser auf „hydrophil“ Veranlagtes äußerst anziehend wirkt – aus dem Griechischen hýdor für Wasser und phileĩn für lieben –, neigt „hydrophob“ Gestimmtes zum strikten Ablehnen von Flüssigkeit (phobeĩn für fürchten). Wieder dazugelernt! Was von beidem aber zeigt das Bild? Foto: K. Dobberke für Fraunhofer ISC

Sensationelle Textil-Innovation im Produktionsprozess: Würzburger Wissenschaftler, konkret Fraunhofer-Tüftler im Institut für Silicatforschung (ISC), haben gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung eine neue Veredlungslösung auf Wasserbasis entwickelt. Wasser zu Wein ist damit nicht zu zaubern. Das Beschichtungssystem unter dem schon klanglich toll technisch getrimmten Titel „InnoSolTEX“ überzieht T-Shirts auch noch nicht mit feinem Teflonfilm, um darauf in der Sonne knusprige Würstchen zu bruzzeln. Vielmehr bringt der als Marke registrierte Produktionsvorgang sechs Funktion (in Zahlen: 6) in nur einem ganzen Arbeitsgang auf den Stoff. Waschen, Legen, Föhnen sind drei der sechs Funktionen leider nicht, werte Modebewusste unter der enttäuschten Leserschaft. Und die Textilien gehören mitnichten zu den Garanten fürs Anti-blöd-aussehen; von grausamen Bikini-Anproben in furchtbar ausgeleuchteten Umkleide-Kabinen mit folglich schrecklichen Zombie-Spiegelbildern berichten mir erfahrene wie gut unterrichtete, aber stark verzweifelte Gewährsfrauen.

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Marketing-Placebo: „Ich werde gefallen!“

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„Ich werde fallen, aber weltbekannt“ lautet der Titel dieses künstlerisch bewegten Bildes nicht, sondern quasi namenlos nur „Verbundglas“. Worauf winzig witzige Fotografen so kommen. Quellen: Andreas Stix und unten Mandy Kretschel (beide pixelio.de)

Preisschilder und Markennamen beeinflussen manche Konsumenten stärker als andere. Die Anfälligkeit für solche Marketing-Wirkung hängt zusammen mit der Größe bestimmter Gehirnstrukturen. Ein Forscherteam der Universität Bonn und der französischen Insead-Business School hat jetzt mit diversen Testpersonen und mit denselben Weinen – Zweitgenannte jedoch im Experiment jeweils ausgezeichnet als hochpreisige und als billige Produkte379485_web_R_K_by_Mandy Kretschel_pixelio.de – folgendes festgestellt: Die Probanden greifen bevorzugt immer zum teuren Traubensaft, weil sie erwarten, dass der auch besser schmeckt. Dieses Phänomen bezeichnen die Wissenschaftler als „Marketing-Placebo-Effekt“. Der beteiligte Prof. Dr. Bernd Weber vom Center for Economics and Neuroscience (CENs) geht sogar weiter: „Marketingplacebos beeinflussen aber nicht nur die Erwartung, sondern auch die Sinneswahrnehmung und unser Verhalten.“ Weitere fundierte wie flüssige Schlussfolgerungen, jeweils untermauert mit Ergebnissen lustiger Versuchsbeispiele, bestätigen meines Erachtens die Erkenntnisse aus anderen Disziplinen: Als Verbraucher treffen wir bescheuerte Entscheidungen auf geradezu unberechenbarer Basis – sowohl beim Begehren wie beim Kaufen. So doof kann kein Marketer vorausdenken, weshalb derzeit die hippe Hirnforschung als letzter Strohhalm gilt, endlich Kundenpräferenzen verlässlich vorauszusehen.

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Online-Shopping: Schwaben schaffen Spitze

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Stuttgart vorn, Hamburg hinten, Berlin im Mittelmaß: Top-10-Ranking der deutschlandweit aktivsten Städte im Online-Shopping. Grafik: myThings Germany GmbH

Ein City-Ranking fürs Online-Shopping hat soeben die „myThings Germany GmbH“ vorgelegt. Für die Studie hat das Unternehmen aus München, das nach eigenen Angaben „für datengetriebene Performance-Displaywerbung“ und „führend im Bereich des maßgeschneiderten Programmatic Advertising für große eCommerce-Marken” international agiert, im vergangenen Oktober hunderte von Transaktionen seiner Kunden ausgewertet. Zu seinen Werbung Treibenden im Klienten-Portfolio gehören immerhin Adidas, Ebay, Microsoft, T-Mobile, Walmart, WeightWatchers, Zalando oder auch Abercrombie & Fitch. Erstaunliches Ergebnis: Ausgerechnet die Stuttgarter zählen zu den aktivsten Online-Shoppern, obwohl doch Schwaben sich ein nachhaltiges Image als arbeits- und sparsames Volksgrüppchen tapfer erworben haben.

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Planung 2015: Mehr Wahrheit, Klarheit, Heiterkeit

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„Alles wird schön!“ klingt als Motto für 2015 besser als das von Nina „Hasst mich“ Ruge stets bemühte „Alles wird gut“. Miese Bausünden abzureißen bzw. im aktuellen Kalender zum Abriss freizugeben, ist eine prima Idee und ein lobenswertes Vorhaben. (Foto: Quadriga)

Für die Planung interessierter Media-Vermarkter gilt es hier zum Jahresauftakt mit Inbrunst zu behaupten: Dieses Blog für Werbung zu buchen ergibt mehr Sinn als vieles andere, denn zum einen spült jede Anzeigenschaltung das liebe Geld schön an die richtige Stelle, nämlich in die leere Schatztruhe eines durch Medien-Havarie im weichen Sand schuldlos liegenden Gestrandeten. Zum anderen dominieren unter den Tausenden von Lesern pro anno selbstverständlich die sogenannten „Leads“, so dass professionelle Marketer mit einem Investment in diese Internetpräsenz ihre fundamentale Aufgabe zur Neukunden-Gewinnung erfüllen, nämlich Kontakte zu Top-Entscheidern für ihre Interessenten-Datenbank zu generieren, um – gerne auch über die Kommentarfunktion unten – in einen offenen Dialog über gutmeinende Unternehmen und tolle Produkte zu treten. Obendrauf lege ich, wie es sich für einen richtigen Marktschreier gehört, noch einen frischen Fisch extra. Die eigene Leistung besser feilzubieten und jedes Pfund wohl überlegt richtig auszuspielen, so könnte einer meiner Vorsätze für 2015 lauten.

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Evonik-Revolte im Display-Markt

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Eine Display-Folie so dünn, das sie sogar auf Milch schwimmen könnte? Aber im drei Häkelnadel-Fertigungsverfahren ganz schön fummelig. (Fotos: Evonik)

Den Markt für Displays von Fernsehern, Tablet-Computern und Smartphones möchte der Spezialchemie-Konzern Evonik mit seinem neuen Marken-Stoff iXsenic“ nach eigenem Bekunden nicht weniger als revolutionieren“. Gelinge die Einführung in diesem Marktsegment, könne das Team aus dem Geschäftsbereich „Coatings & Additives“ ein saftiges Stück vom weltweiten Kuchen ergattern, dessen Größe nach Unternehmensangaben auf rund 150 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. „Die Lösung für das Fernsehen der Zukunft“, bejubelte Evonik sogar geradezu euphorisch die eigene Erfindung kurz vor Weihnachten. Die Entwickler aus Essen nehmen den Mund hoffentlich nicht zu voll und befinden sich frühzeitig eine Nasenlänge im Voraus etwa vor asiatischen Innovatoren. Der Marktauftritt sollte zudem so rechtzeitig starten, dass ein Bedürfnis nach einer gegenüber Ultra-HD noch weiter gesteigerten Qualität in enormer Bildschärfe, detailgetreuer Tiefen-Darbietung, brillanter Farbgebung und hohem Kontrastreichtum bei Konsumelektronik-Nutzern überhaupt gegeben ist. Liegt die Wahrheit wirklich in noch mehr Klarheit? Wäre eine feine Folie als leicht zu verbauernder Ersatz für nachlassende Augen nicht sinnvoller? Und müssen seit dem iPod jetzt so viele Markennamensgebungen mit klitzekleinem i anfangen?

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