Marketing-Placebo: „Ich werde gefallen!“

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„Ich werde fallen, aber weltbekannt“ lautet der Titel dieses künstlerisch bewegten Bildes nicht, sondern quasi namenlos nur „Verbundglas“. Worauf winzig witzige Fotografen so kommen. Quellen: Andreas Stix und unten Mandy Kretschel (beide pixelio.de)

Preisschilder und Markennamen beeinflussen manche Konsumenten stärker als andere. Die Anfälligkeit für solche Marketing-Wirkung hängt zusammen mit der Größe bestimmter Gehirnstrukturen. Ein Forscherteam der Universität Bonn und der französischen Insead-Business School hat jetzt mit diversen Testpersonen und mit denselben Weinen – Zweitgenannte jedoch im Experiment jeweils ausgezeichnet als hochpreisige und als billige Produkte379485_web_R_K_by_Mandy Kretschel_pixelio.de – folgendes festgestellt: Die Probanden greifen bevorzugt immer zum teuren Traubensaft, weil sie erwarten, dass der auch besser schmeckt. Dieses Phänomen bezeichnen die Wissenschaftler als „Marketing-Placebo-Effekt“. Der beteiligte Prof. Dr. Bernd Weber vom Center for Economics and Neuroscience (CENs) geht sogar weiter: „Marketingplacebos beeinflussen aber nicht nur die Erwartung, sondern auch die Sinneswahrnehmung und unser Verhalten.“ Weitere fundierte wie flüssige Schlussfolgerungen, jeweils untermauert mit Ergebnissen lustiger Versuchsbeispiele, bestätigen meines Erachtens die Erkenntnisse aus anderen Disziplinen: Als Verbraucher treffen wir bescheuerte Entscheidungen auf geradezu unberechenbarer Basis – sowohl beim Begehren wie beim Kaufen. So doof kann kein Marketer vorausdenken, weshalb derzeit die hippe Hirnforschung als letzter Strohhalm gilt, endlich Kundenpräferenzen verlässlich vorauszusehen.

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Online-Shopping: Schwaben schaffen Spitze

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Stuttgart vorn, Hamburg hinten, Berlin im Mittelmaß: Top-10-Ranking der deutschlandweit aktivsten Städte im Online-Shopping. Grafik: myThings Germany GmbH

Ein City-Ranking fürs Online-Shopping hat soeben die „myThings Germany GmbH“ vorgelegt. Für die Studie hat das Unternehmen aus München, das nach eigenen Angaben „für datengetriebene Performance-Displaywerbung“ und „führend im Bereich des maßgeschneiderten Programmatic Advertising für große eCommerce-Marken” international agiert, im vergangenen Oktober hunderte von Transaktionen seiner Kunden ausgewertet. Zu seinen Werbung Treibenden im Klienten-Portfolio gehören immerhin Adidas, Ebay, Microsoft, T-Mobile, Walmart, WeightWatchers, Zalando oder auch Abercrombie & Fitch. Erstaunliches Ergebnis: Ausgerechnet die Stuttgarter zählen zu den aktivsten Online-Shoppern, obwohl doch Schwaben sich ein nachhaltiges Image als arbeits- und sparsames Volksgrüppchen tapfer erworben haben.

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Planung 2015: Mehr Wahrheit, Klarheit, Heiterkeit

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„Alles wird schön!“ klingt als Motto für 2015 besser als das von Nina „Hasst mich“ Ruge stets bemühte „Alles wird gut“. Miese Bausünden abzureißen bzw. im aktuellen Kalender zum Abriss freizugeben, ist eine prima Idee und ein lobenswertes Vorhaben. (Foto: Quadriga)

Für die Planung interessierter Media-Vermarkter gilt es hier zum Jahresauftakt mit Inbrunst zu behaupten: Dieses Blog für Werbung zu buchen ergibt mehr Sinn als vieles andere, denn zum einen spült jede Anzeigenschaltung das liebe Geld schön an die richtige Stelle, nämlich in die leere Schatztruhe eines durch Medien-Havarie im weichen Sand schuldlos liegenden Gestrandeten. Zum anderen dominieren unter den Tausenden von Lesern pro anno selbstverständlich die sogenannten „Leads“, so dass professionelle Marketer mit einem Investment in diese Internetpräsenz ihre fundamentale Aufgabe zur Neukunden-Gewinnung erfüllen, nämlich Kontakte zu Top-Entscheidern für ihre Interessenten-Datenbank zu generieren, um – gerne auch über die Kommentarfunktion unten – in einen offenen Dialog über gutmeinende Unternehmen und tolle Produkte zu treten. Obendrauf lege ich, wie es sich für einen richtigen Marktschreier gehört, noch einen frischen Fisch extra. Die eigene Leistung besser feilzubieten und jedes Pfund wohl überlegt richtig auszuspielen, so könnte einer meiner Vorsätze für 2015 lauten.

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Evonik-Revolte im Display-Markt

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Eine Display-Folie so dünn, das sie sogar auf Milch schwimmen könnte? Aber im drei Häkelnadel-Fertigungsverfahren ganz schön fummelig. (Fotos: Evonik)

Den Markt für Displays von Fernsehern, Tablet-Computern und Smartphones möchte der Spezialchemie-Konzern Evonik mit seinem neuen Marken-Stoff iXsenic“ nach eigenem Bekunden nicht weniger als revolutionieren“. Gelinge die Einführung in diesem Marktsegment, könne das Team aus dem Geschäftsbereich „Coatings & Additives“ ein saftiges Stück vom weltweiten Kuchen ergattern, dessen Größe nach Unternehmensangaben auf rund 150 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. „Die Lösung für das Fernsehen der Zukunft“, bejubelte Evonik sogar geradezu euphorisch die eigene Erfindung kurz vor Weihnachten. Die Entwickler aus Essen nehmen den Mund hoffentlich nicht zu voll und befinden sich frühzeitig eine Nasenlänge im Voraus etwa vor asiatischen Innovatoren. Der Marktauftritt sollte zudem so rechtzeitig starten, dass ein Bedürfnis nach einer gegenüber Ultra-HD noch weiter gesteigerten Qualität in enormer Bildschärfe, detailgetreuer Tiefen-Darbietung, brillanter Farbgebung und hohem Kontrastreichtum bei Konsumelektronik-Nutzern überhaupt gegeben ist. Liegt die Wahrheit wirklich in noch mehr Klarheit? Wäre eine feine Folie als leicht zu verbauernder Ersatz für nachlassende Augen nicht sinnvoller? Und müssen seit dem iPod jetzt so viele Markennamensgebungen mit klitzekleinem i anfangen?

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Spenden ohne Not

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„Och, guck’ mal wie er guckt!“ – Dieser Blick einer sympathischen Heulsuse hilft Hunden harte Herzen zu brechen. Das Tier bekommt, was es will. „Wer will, der kriegt”, wirbt Media-Markt aktuell für Menschen, die „nicht blöd“, sondern taktisch, hartnäckig und nervtötend gegenüber wehrlosen Angehörigen ihren Konsumwunsch durchdrücken. (Foto: Lilac/pixelio)

„Die Spender der Zukunft“ hat das Marktforschungsinstitut YouGov aus Köln in der gleichnamigen Studie versucht zu ermitteln. Dafür befragten die Praxiswissenschaftler „repräsentativ“ und damit quasi fast alle Deutschen – außer vermutlich die rund 15.000 PEGIDA-Demonstranten aus Dresden vom vergangenen Montag. Huch, was ist denn da rausgerutscht?! Als ob dies Ergebnisse über Barmherzigkeit und Gabenbereitschaft negativ beeinflussen würde. Obwohl: Die Versammelten im sogenannten Elbflorenz treten zur Rettung des Abendlandes eher nach unten die Ärmsten statt eine Umverteilung von Großkopferten zu fordern. Denn dass ausgerechnet uns reichen Deutschen – zählt dazu eigentlich auch ein zugezogener Vereinskamerad aus Österreich? – die Ausländer die Haare vom Kopf fressen, klingt wie ein gezieltes Gerücht. Apropos Fressen: Dass Leute in diesem Land mehr für Tiere als für Kinder übrig haben, ist bekannt. Wie wohl die Sympathievergleichswerte zwischen Vieh und Flüchtling ausfallen? Dabei ist doch bald Weihnachten!

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Alles smart, oder was?

SmartLive

„Willkommen im intelligenten Zuhause“ heißt es unter diesem Bild mit einem an Rauhfasertapete geklebten Tablet-PC. Heimeligkeit sieht anders aus, smarte Unterkünfte nicht. (Foto: Uni Siegen)

Smart“ scheint mir zurzeit zum ziemlich abgenutztesten Modewort überhaupt zu avancieren, weil ungeübte Sprachakrobaten insbesondere aus dem Marketing gerne englische Begriffe unbedacht übertragen. Alles und nichts ist plötzlich „smart“: Smart Business, Smartphone, Smart Home, Smart TV, Smartcard, Smartboard, Smartshopper, „Smart(er) Planet oder eben auch Smarties bis hin zur allseits beliebten smarten Smaragdeidechse (im Bild unten). Die Uni Siegen kommt jetzt auch noch mit dem Forschungsprojekt SmartLive“ hinter den sieben Bergen hervor. Die wildwuchernde Verbreitung ist eine unschöne, geradezu unsmarte Seuche. Und bedarf hier entsprechend einer eingehenden Behandlung inklusive smarter Bekämpfung.

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Zukunft des Handels für Silberrücken

Modehaus

Einzig ein erfolgreicher Einzelhändler ausgerechnet aus dem quadratischen Mannheim ist mit „Engelhorn Mode“ in der Handelszukunftsstudie genannt. (Foto: Engelhorn über HHL)

Die Zukunft des Handels liegt bei den Silberrücken: Mit dem Ändern von Store-Layout und Einkaufsumgebung, zweitens durch das Aufwerten von „serviceorientierten Dienstleistungen“ und drittens mit dem Angleichen des Waren-Angebotes an die Bedürfnisse der „Silver Generation“ (50 plus x Jahre) kann der Einzelhandel vom demographischen Wandel profitieren. Dies haben zwei Forscher an der Handelshochschule Leipzig (HHL) bewiesen. Die Autoren der Studie seien gezielt „Innovationen, die auf der Verkaufsfläche umgesetzt werden“ nachgegangen. Für die Datenbasis hätten sie „im bewährten Fallstudien-Verfahren“ mit vielen Fach- und Führungskräfte der Branche „strukturierte“ Interviews geführt. Leider liefert die Pressemitteilung wenig Konkretes, wie der stationäre Handel „als Marktplatz der Generationen“ gewinnbringend für Kunde wie Verkäufer zu gestalten sei. Einzig ein erfolgreicher Einzelhändler ist genannt mit ausgerechnet „Engelhorn Mode“, der sein Personal gezielt für generationsspezifische Wünsche schule und das Haupthaus im quadratischen Mannheim mit einem Sterne-Restaurant als Treffpunkt für die „Best Ager“ profiliere. Weiterlesen

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Lebensmittel: Farbfolie als Frischeampel

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Unscheinbar wie ein Glitzi-Scheuerschwamm: Diese Folie zeigt farblich den Frischegrad von Lebensmitteln an. (Foto: JGU, Mainz)

Die Frische der Lebensmittel soll diese intelligente Folie farblich anzeigen, welche Chemieprofessorin Katja Heinze aus Mainz voller Lust mit Luxemburger Forschern entwickelt und dafür einen mit 35.000 Euro dotierten Preis sicher genauso lustvoll eingestrichen hat. Leider legt die Kommunikationsabteilung der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) der entsprechenden Mitteilung zu dieser Durchbruchsinnovation nur das langweilige Foto oben bei und zieht damit die sensationelle Neuheit rein optisch auf das Niveau eines Scheuerschwamms. Schade. Denn nach Ekelfleisch-Skandalen und mit Blick auf aktuelle Studien zur wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeit bei Verbrauchern könnte die neue Frischefolie am liebsten in grün, gelb und rot endlich für Klarheit vor der Ampel und damit für Sicherheit vor gammeligem Binde- und Muskelgewebe aus Tierkörpern sorgen.

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Google und LG Electronics als Erfinder-Ehe

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Gemeinsamkeiten sich ergänzender Giganten: Googles geschwungenes G und der Smiley von LG Electronics passen gut zusammen. (Bild-Montage: TG)

Google und LG Electronics haben jüngst mit ihrer langfristigen Vereinbarung über den gegenseitigen Zugang zu ihren Erfindungen die größte Aufmerksamkeit aller zuletzt veröffentlichten Wirtschaftsmeldungen verdient. Und ein Signal gesetzt: Innovation und Kooperation treiben offensichtlich als Schwungräder das Wachstum. Zwar hielten sich die neuen Partner bedeckt wie von Pietät bestimmt, welche Wunderwerke hiervon künftig konkret zu erwarten sind. Die Elefantenhochzeit der anderen Art lässt uns alle aber erstmal ehrfürchtig erstaunen, weil das enorme Ehegelübde zwischen Internet-Riese und Elektronik-Schwergewicht auf womöglich epochale Entdeckungen für global erzeugte Konsumentenbedürfnisse schließen lässt. Was kommt verlockend Unabwendbares auf uns zu beziehungsweise über uns? Womöglich übers Internet gesteuerte Mobilfunk-Fluggeräte und gepanzerte Kühlschränke, die in unser bis ins Detail durchleuchtetes Zuhause unaufgefordert einmarschieren – gegen entsprechende Kontoabbuchungen für ihren Einsatz.

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