Führung fehlt Personal mit biss(chen) Anspruch

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Führen, herrschen, Zähne zeigen: Tierbilder gehen immer. Foto: Bernd Kasper/pixelio.de

Die Führung von Chefs durch Mitarbeiter fundiert bewertet zu finden, und dann auch noch an einem Tag gleich zwei Mal in aktuellen Studien mit quasi entgegengesetzten Botschaften, ist hier selbstverständlich der Rede wert im Medium für Visionäre, Strategen und Umsetzer. Also vor allem für Helden der Wirtschaft. Wir widmen uns gerne Vorbildern, was schließlich den Appell an alle anderen Kapitäne beinhaltet, mit Bedacht den richtigen Kurs einzuschlagen. Zumal „Leadership“ etwas aus der Mode geraten zu sein scheint. Trotz des Mangels und somit des Bedarfs an Orientierung. Ein Führer sei jemand, der Hoffnung vermittele, behauptete Bonapartes Napoleon, obwohl selbst darin nicht sonderlich erfolgreich. „Führer“ sind hierzulande historisch bedingt verpönt. Damals wie heute funktionieren sie grundsätzlich weder als Schaumschläger noch als Schleicher. „Vorgesetzter“ klingt aufgesetzt, trifft’s aber oft. Was zeichnet gute Chefs aus?

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Ein Traum aus Schaum

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„Schaum besteht aus Luftblasen, die von dünnen Flüssigkeitsfilmen – den Schaumlamellen – umgeben sind,“ beschwichtigt zu Beginn der brandneue Bericht mit geballten, geradezu ballonrunden Ergebnissen über „Proteinschäume in der Lebensmittelproduktion“, dessen Titelseite die komischen Kugeln oben bebildern. Diese kleinen Kugeln seien quasi weit verbreitet in unseren Mägen. Und zwar durch zahlreiche Nahrungsmittel, „mit denen Konsumenten einen hohen Genusswert assoziieren“: Brot, Biskuit, Desserts wie Mousse, Cappuccino, Eiskrem und Schlagsahne oder auch – seitdem sie nicht mehr als „Mohrenköpfe” oder „Negerküsse“ bezeichnet werden dürfen – eben bestbenannte „Schaumküsse“ mit Schokoladenüberzug. Forscher fassen in dieser soeben erschienenen Studie die zentralen Ergebnisse ihrer drei Jahre währenden Arbeit im „Clusterprojekt“ zusammen, was hier am Hort für Interesse an Innovationen sofort beleuchtet werden will, besonders wenn die begleitende Pressemitteilung starke Aufmerksamkeit erzeugt durch den Satz: „Doch bislang erfolgt das Schäumen von Lebensmitteln vorrangig nach dem Trial-and-Error-Prinzip.“ Wie bitte?!

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Marketing traut Daten nicht

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Marketing-Bermuda in Blau: ein im Nichts endender Daten-Tunnel.

Von der Qualität der Daten waren die Hälfte der befragten Entscheider im Marketing von Unternehmen nicht überzeugt, ergab eine Untersuchung der Kommunikationsberatung Hotwire, wenn auch nur unter 100 Teilnehmern. Zwar nutzen insbesondere größere Firmen mit 80 Prozent mehrheitlich marketingrelevante Informationen für ihre Strategie und Planung. Doch obwohl sich die Verantwortlichen mit 97 Prozent Befürwortern grundsätzlich als versiert im Umgang bezeichnen, zweifeln an den Zahlen mehr als die Hälfte von ihnen (Foto oben: Markus Vogelbacher, pixelio.de). Dies meldet der Haufe Verlag heute online und nahezu exklusiv, denn Hotwire selbst scheint die Daten versteckt zu halten, weil die Studienresultate wenn auch nach nicht allzu intensiver Google-Recherche sonst aber nur noch im “PR Report” zu finden sind. Blöd, wir hätten gerne mehr Daten erfahren.

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Messe zur Marke – optimaler Stand als Maß

MessestandFür prima Präsenz pätscheln Profis im sogenannten Live-Marketing an vier Gestaltungshebeln: Mit Hilfe von Form, FarbeRaum und Bewegung seien die Wahrnehmung und die Wirkung eines Messestands positiv zu beeinflussen, folgert Dr. Beatrice Ermer aus Untersuchungsergebnissen. Ihre Dissertation enthalte „für die Optimierung letztendlich multi-sensual ausgerichteter Messestände wertvolle Hinweise“, lobt Prof. Manfred Kirchgeorg vom Lehrstuhl für Marketingmanagement der HHL Leipzig. Allerdings liefert ausgerechnet Messebauer „Fairnet“, ebenfalls Leipzig, dazu ein Foto (oben) vom eigenen Messestand, der sich hübsch hinter Grashalmen versteckt und menschenleer wie kalter „urban jungle“ im Kleinformat wirkt.

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Der Wert der Werte in der Unternehmensführung

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Gelebte Werte in der Unternehmensführung steuern besser „als nackte Kennzahlen“, behauptet die Universität Witten/Herdecke in einer Einladung zum dortigen Symposium des Reinhard-Mohn-Instituts (RMI) am heutigen Dienstag. Nun nutzt der Termin zwar leider nur Kurzentschlossenen, doch die Botschaft der dort vorgestellten Untersuchung klingt nach Dauerhaftem. Für die Studie, die im Auftrag der „Wertekommission – Initiative Werte Bewusste Führung e.V.“ (sic!) entwickelt wurde, befragten die Forscher 350 Manager aus verschiedenen Hierarchieebenen von Unternehmen. Ein Ergebnis:  Werte im Unternehmen dienen als Orientierungshilfe für Mitarbeiter, die zunehmend eigenverantwortlich arbeiten müssen. Klar, wir denken sofort an ein Schiff, auf dem der Kapitän anhand des Kompass (im Bild; Foto: DL Consulting/pixelio.de) den Kurs vorgibt. Nur rudert die Besatzung heute nicht mehr stumpf und stumm nach Trommeltakt und mit Peitschenhieben. Für die Fahrtrichtung müssen mittlerweile mittels interner Kommunikation möglichst alle mitgenommen werden. Auch Kunden interessiert, wohin es geht. Anders formuliert:

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Apple: iPhone 6 ersetzt Kreditkarte

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Schlagzeilen über Apple ziehen immer, hoffen so wie ich womöglich auch die Verfasser von Pressemitteilungen der Universität Augsburg – statt Vertrauen in die Strahlkraft ihres Leiters der „Forschungsgruppe wi-mobile“ mit dem immerhin interessanten Namen Dr. Key (!) Pousttchi (!!) zu legen, um das vermutlich eher unbekannte Gesicht vor der, na ja, „Skyline“ ausgerechnet von – nennen wir es mal – „augmented“ Augsburg von dem mindestens ebenso schön benamsten Foto-Urheber Klaus Satzinger-Viel (sic!) ablichten zu lassen. Puh. Dann schiebt man dem Professor ein Bonmot in den Mund beziehungsweise noch ein knackiges Zitat wie dieses vorweg: „Das Marketing für Endkunden wird sich in den nächsten fünf Jahren mehr verändern als in den 40 Jahren davor.“ Um schließlich ein fünfphasiges Fragen-Feuerwerk zu zünden, damit faule Redakteure das angebotene Interview mühelos ins Medium hieven können.

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Einkaufsverhalten: Konsumlust steigt mit Distanz

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Kontakt als Konsumlustkiller im Einkaufsverhalten: Gewinnt das Onlineshopping womöglich immer mehr Freunde, weil im Gegensatz zum stationären Handel hier auch unbelästigt von Fremden das Stöbern möglich ist? Der Eindruck entsteht angesichts der Ergebnisse eines Forschungsprojektes, in dem Michael Luck – hier im Bild von Edeltraud Altrichter/Uni Rostock – den „Einfluss fremder Menschen auf das Kaufverhalten zwischen den Regalen im Supermarkt“ untersucht hat. Falls die hölzerne Regal-Wand im Fotohintergrund allerdings die Anmut des Forschungslabors wiedergibt, wundern die ernüchternden Ergebnisse mit Belegen für Konsumhemmnis bzw. -frust wenig, denn ein halb fertig aufgebautes und erfahrungsgemäß dem Umfallen zugeneigtes Steckelemente-System der Modellmarke „Ivar“ aus der Ikea-Aufbewahrungsserie, lieblos bestückt mit Salzstangen und Butterkeksen, dürfte unabhängig von Umstehenden kaum Impulskäufe auslösen.

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Sponsoring in Proficlubs auf dem Prüfstand

GG-437_BVB_CL_Arsenal_420x270_X3Partnerschaften starker Marken passen nicht immer, ermittelte eine Studie der Technischen Universität Braunschweig zum Bundesliga-Sponsoring anhand einer Untersuchung für die erste und zweite Fußballliga. Kritisch sehen die Autoren das (positive) Transferpotenzial zwischen Sponsor und Verein etwa in den Partnerschaften von Wiesenhof und Werder Bremen oder Gazprom und Schalke 04. Denn diese erzielten die niedrigsten „Sponsor-Fit-Werte“ aller analysierten Engagements. Eine bessere Rolle als „Gesamtmarkenoptimierer“ spielen danach die Partner Borussia Dortmund mit Evonik (Werbemotiv im Bild oben) und Turkish Airlines oder Bayern München mit der Deutschen Telekom, der Allianz-Versicherung und der Hypovereinsbank oder Borussia Mönchengladbach mit der Santander-Bank. Vermutlich besonders schlimm fürs Image, aber gut für die Bekanntheit der Marken: Wenn ein Gigant wie Gazprom mit Schalke gegen ein putziges „Feldschlösschen“ als Sponsor von Dynamo Dresden verliert, wie am vergangenen Montag in der ersten Runde des DFB-Pokals.

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Verkehr: Mit Empathieaufruf gegen Angst-Ärger-Raser

Warnschild-AutobahnAllen (Verkehrs-)Warnungen zum Trotz: Offensichtlich sind viele Geisterfahrer vom verkehrten Weg kaum abzubringen. Dennoch plant das Bundesverkehrsministerium derzeit ein digitales Pilotprojekt als Frühwarnsystem für Falschfahrer an Autobahnauffahrten, voraussichtlich im vermutlich besonders gefährdeten Süddeutschland. Die gelben Warnschilder (im BMVI-Bild, Quelle: Autobahndirektion Süd), die aktuell nach österreichischem Vorbild an einigen Auffahren in Bayern getestet werden, reichen wohl immer noch nicht aus. Sakra, wie dämlich muss man sein?! Oder erregen womöglich andere, bisher unbeherrschbare Emotionen den elendigen Einfluss auf fehlerhaftes Fahrverhalten? Die Ergebnisse einer neuen Studie lassen darauf schließen und neue kommunikative Konsequenzen erwarten.

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