Werbung im Ethnolekt – oder: „Bin isch Urlaub“

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Den Einzug „ethnolektaler Formen“ in die Alltagssprache sieht Dr. Diana Marossek (hier im Bild von Thomas Schubert) auf dem Vormarsch. Die 30-jährige Soziolinguistin untersuchte für ihre Dissertation an der Technischen Universität Berlin (TUB?) die Entwicklung sogenannter „Ghettosprache“ anhand von Jugendlichen in 30 Schulen der Bundeshauptstadt. Eines ihrer jetzt eröffneten Ergebnisse lautet: Die reduzierte Syntax fließe vermehrt ein ins gesprochene Berlinerische, das selbst schon Artikel und Präpositionen weglasse. Medien, Werbung, Radio und Film setzten zudem den „Ethnolekt“ längst als stilistisches Mittel ein. Beeindruckende Beispiele verbreiteter Verwendungen auch rund um Produkt- und Händlermarken liefert sie gleich mit: „Hast du Edding?“; „Alex, du Spast, gehst du wieder heimlich Plus?!“ – „Klar, man. Hinterher geh ich wieder Döner!“; „Muss ich Quark Kirschen tun oder Kirschen Quark?“. „Muss Du Claudia Bertani fragen, Alder“, möchte man mitmischen. Konsequenzen etwa für Texter in Werbeagenturen sind übrigens nicht zu erwarten, denn die schreiben ja schon das neue Sprachengemisch.

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Nachhaltigkeit mit System und Sensation

Edeka-Screenshot

Lebensmittelhändler Edeka spielt das Thema „Nachhaltigkeit“ zwar nachhaltig auf Aufmerksamkeit zielend ebenso über seine Website (siehe Screenshot oben) wie auch in seinen Läden, aber insgesamt ist es rund ums Bio-Sortiment eher ruhig geworden, möchte man meinen. Vielleicht liegt’s daran, dass sich diese Produkte schon einen festen Nischenplatz in den Regalen erobert haben und stillschweigend akzeptiert sind. Aber wäre dieses Geschäftsfeld nicht weiter ausbaufähig? Nun trommelt die Uni Witten/Herdecke erneut für eine stärkere Berücksichtigung, weil Nachhaltigkeit für Unternehmen der Lebensmittelbranche immer wichtiger werde. Diese Botschaft geht vom soeben beendeten zweiten „Unternehmertag“ aus, bei dem „50 Topvertreter von Handels- und Herstellerseite“ aufeinander trafen und für die Ernährungsbranche langfristige Konzepte in gemeinsamer Kooperation forderten. Es sei elementar, Mitarbeiter wie Kunden dafür zu begeistern und so den Wandlungsprozess anzustoßen. Wer hätte das gedacht?

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Spiritus Service: Mit Kunden im Klinsch

GG_Kundenmonitor-07-2014Kundenservice paradox: „Aggressivität und Gewalt“ herrschen im Kontakt zwischen Unternehmen und Kunden weiterhin auf hohem Niveau. Der Knatsch und der Knies in dieser Beziehung nimmt sogar noch zu, lautet ein Ergebnis im „Kundenkonfliktmonitor 2014“ als Trend in der Dienstleistungsbranche. Die Auseinandersetzungen häuften sich insbesondere im telefonischen und persönlichen – na ja: – Dialog, stellt der Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Darmstadt aktuell fest, nachdem er die Daten zum vierten Mal erhob. Der Befund insgesamt verursacht Kopfschütteln und Augenrollen, weil die befragten Firmen weiter Spiritus in lodernde Flammen schütten. Statt einen Spiritus im Sinne von einem Geist für Service zu entwickeln. Und statt mit beschwerdefreien Leistungen und Personalschulungen gegenzusteuern, schicken sie Anrufer offenbar lieber ins Warteschleifen-Nirvana und reden beruhigend auf ihre depressiven Service-Sklaven ein als wären es kranke Pferde. Wenn jeder zweite der 199 ausgefüllten Fragebogen prognostiziert, dass künftig noch mehr Ärger zu erwarten ist, dann darf hier fürs Schweigen (symbolisch fotografiert und stilisiert im Bild oben) kein Deckmäntelchen gereicht werden.

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Industrie 4.0: Mittelstand in Mopsgeschwindigkeit

d34538eaaaWie bitte, Industrie 4.0? – Lahm wirkende Württemberger verstellen sich wohl nur, um so erfolgreich zu bleiben wie dieses Bundesländle mit seinen vielen Weltmarktführern aus dem bescheiden-bodenständigen Mittelstand bekanntermaßen schon war und ist. Jetzt verpasst das dortige Ministerium für Finanzen und Wirtschaft (welch’ eine Kombination!) vernetzungswilligen Unternehmen der Power-Region mit einem öffentlich zugänglichen „Web-Kompetenzatlas“ quasi das Kartenwerk, um sie über „Mopsgeschwindigkeit“ (Michael „Bully“ Herbig) in die „Industrie 4.0“ zu führen. Als „Vorreiter“ schaffe die „starke Vielfalt in BW“ eine „intelligente Produktion der Zukunft“ sowie „Wertarbeit“, zumal die „Fabrik der Zukunft“ sich selbst „steuert und optimiert“, droht das Ministerium allen Wettbewerbern in anderen Bundesländern und sonst wo an. So eine Ankündigung kann Angst einflößen – oder animieren, selbst aktiv zu werden. Aufwachen, NRW, Saarland, Sachsen, McPom!

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Apple: Läden als geschütztes Markendesign

Apple-StoreDie Gestaltung seiner Apple Stores versucht der Computer- und Konsum-Elektronikhersteller des verstorbenen Steve Jobs patentrechtlich als Branddesign vor Nachahmern zu schützen. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat jetzt entschieden, dass Apple die spezifische Gestaltung seiner Läden prinzipiell als Marke eintragen lassen kann. Damit stellen sich die Richter gegen eine Entscheidung des deutschen Patent- und Markenamts in München, wo Apple mit dem Antrag auf Markenschutz für das Store-Design gescheitert war. Das ist ein gutes Zeichen in Zeiten von ideenreicher Markenführung als Alleinstellungsmerkmal im Kampf gegen unverschämtes Kopieren. Und vielleicht gibt das Grundsatzurteil allen Händler auch einen Anstoß zum Überdenken ihrer zum Teil lieblosen Ladenkonzepte.

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Marke Müller – die andere WM-Spielerpotenzialanalyse

mueller-websiteÜber das Markenprofil deutscher Nationalspieler sprach jetzt der ausgewiesene PR- und Marketingexperte Frank Dopheide, hauptberuflich Geschäftsführer der Deutschen Markenarbeit GmbH (laut unbescheidener Selbstdarstellung “Deutschlands erste Adresse für Manager und ihre Marke”), anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft im Interview mit Marc Halbach für “Die Welt” der Axel Springer SE. Seiner Bewertung mit Verlierern und Gewinnern ist grundsätzlich beizupflichten. Vor allem vermitteln die Ergebnisse prima an Personen und damit anschaulich, mit welchen Charaktereigenschaften eine Marke als Phänomen punktet.

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Vaio wieder wachgeküsst?

Ohne TitelDie ehemalige Laptop-Marke von Sony lag nicht lange im Dornröschenschlaf: Erst im vergangenen Februar hatte sich der japanische Elektronikkonzern von seiner Computersparte dieser bekannten Brand getrennt und gleich mit von 5.000 Vaionen (?), Vaioanern (?), Vaiomanen (?), Vaioloten (?) oder wie die Betriebsangehörigen sonst hießen. Anmutig wie Apple wirkt der Auftritt auf der Website (im Bild oben) zwar schon fast, aber abgestimmte Farben und feine Formen allein werden es nicht bringen. Mit dem Bau guter Klappcomputer zu beginnen ist der Unternehmensführung und den nun nur 240 Mitarbeitern der in Eigenständigkeit gestarteten neuen Firma zu raten. Denn auch die Produktqualität schien nicht immer zu stimmen in der Vergangenheit.

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Diagnosedesaster im Kommunikationskrampf

COO-Marketing

„Die Verschmelzung“ von Marketing und Kommunikation werde „wahrscheinlich durch die Untrennbarkeit der Unternehmens- und Markenreputation vorangetrieben“, lautet der niederschmetternde Praxisbefund mit Perspektive für global agierende Chief Communications Officers (COO). Nach der Grafik oben ist die Zahl dieser COOs mit zusätzlichen Marketingaufgaben zwischen 2012 und 2014 um 35 Prozent gestiegen, womit der Job von Kommunikationschefs in Unternehmen  schon jetzt „zunehmend auch Marketing“ umfasse, konstatierten jüngst die modernen wie kreativen Kommunikationsstrategen von Weber Shandwick – jenem laut Websitenicht nur weltweit größten“, sondern „auch eines der erfolgreichsten Kommunikationsnetzwerke“ immerhin „mit 81 Agenturstandorten weltweit und mit „top nationalen“ (sic!) wie „internationalen Kunden“ nebst „Auszeichnungen“ für „exzellente“ Projekte und als „bester Arbeitgeber“. Igitt, die Webers und Shandwicks inszenieren hier selbst sehr schön, wie es sich liest, wenn man die Trennung von Information und Werbung aufhebt.

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WM-Finale: Gradl-Granat gegen Grande-Granados

Minis

Meine aktuellen Traum-Aufstellungen für ein furioses Finale sprachstolpernder Reporter zusammengestellt aus allen Mannschaftskadern der teilnehmenden Teams bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 nach potenziell klangvollen Namen mit schönen Ansätzen etwa für Männermodemarken (Ideenrechte bei mir):

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Evonik: Kreativität mit Flügeln und Fühlern

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Idee, Interesse, Innovation: Die drei I aus Konzeptidee, Kundeninteresse und Produktinnovation bringen treffend den Beginn allen guten Marketings im Sinne von marktorientierter Unternehmensführung auf eine kurze Erfolgsformel. Sicher gehört absichernd noch solide Marktforschung dazu, fehlen dürfen weder durchdachte Preisgestaltung, richtige Vertriebswege und kompetent überzeugende Kommunikation. Doch im Kern wesentlich sind der Geistesblitz für das profitable Geschäftsmodell, das Erwecken bzw. das Befriedigen von Bedürfnis sowie das Neue an der (Weiter-) Entwicklung im Waren- oder Dienstleistungsangebot. Vorbildlich systematisch eröffnet sich seine Chancen ein Riese aus dem Ruhrgebiet unter dem Dach des Vorstandsressorts von Patrik Wohlhauser, wie der Schweizer mir mal im Interview schlüssig vermittelte. Dazu fällt mir soeben eine Meldung in den Schoß, die seine Strategie zum Einfangen von Einfällen, Vorschlägen und Impulsen eindrucksvoll bestätigt, und die so beworben wird:

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