Spenden ohne Not

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„Och, guck’ mal wie er guckt!“ – Dieser Blick einer sympathischen Heulsuse hilft Hunden harte Herzen zu brechen. Das Tier bekommt, was es will. „Wer will, der kriegt”, wirbt Media-Markt aktuell für Menschen, die „nicht blöd“, sondern taktisch, hartnäckig und nervtötend gegenüber wehrlosen Angehörigen ihren Konsumwunsch durchdrücken. (Foto: Lilac/pixelio)

„Die Spender der Zukunft“ hat das Marktforschungsinstitut YouGov aus Köln in der gleichnamigen Studie versucht zu ermitteln. Dafür befragten die Praxiswissenschaftler „repräsentativ“ und damit quasi fast alle Deutschen – außer vermutlich die rund 15.000 PEGIDA-Demonstranten aus Dresden vom vergangenen Montag. Huch, was ist denn da rausgerutscht?! Als ob dies Ergebnisse über Barmherzigkeit und Gabenbereitschaft negativ beeinflussen würde. Obwohl: Die Versammelten im sogenannten Elbflorenz treten zur Rettung des Abendlandes eher nach unten die Ärmsten statt eine Umverteilung von Großkopferten zu fordern. Denn dass ausgerechnet uns reichen Deutschen – zählt dazu eigentlich auch ein zugezogener Vereinskamerad aus Österreich? – die Ausländer die Haare vom Kopf fressen, klingt wie ein gezieltes Gerücht. Apropos Fressen: Dass Leute in diesem Land mehr für Tiere als für Kinder übrig haben, ist bekannt. Wie wohl die Sympathievergleichswerte zwischen Vieh und Flüchtling ausfallen? Dabei ist doch bald Weihnachten!

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Alles smart, oder was?

SmartLive

„Willkommen im intelligenten Zuhause“ heißt es unter diesem Bild mit einem an Rauhfasertapete geklebten Tablet-PC. Heimeligkeit sieht anders aus, smarte Unterkünfte nicht. (Foto: Uni Siegen)

Smart“ scheint mir zurzeit zum ziemlich abgenutztesten Modewort überhaupt zu avancieren, weil ungeübte Sprachakrobaten insbesondere aus dem Marketing gerne englische Begriffe unbedacht übertragen. Alles und nichts ist plötzlich „smart“: Smart Business, Smartphone, Smart Home, Smart TV, Smartcard, Smartboard, Smartshopper, „Smart(er) Planet oder eben auch Smarties bis hin zur allseits beliebten smarten Smaragdeidechse (im Bild unten). Die Uni Siegen kommt jetzt auch noch mit dem Forschungsprojekt SmartLive“ hinter den sieben Bergen hervor. Die wildwuchernde Verbreitung ist eine unschöne, geradezu unsmarte Seuche. Und bedarf hier entsprechend einer eingehenden Behandlung inklusive smarter Bekämpfung.

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Zukunft des Handels für Silberrücken

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Einzig ein erfolgreicher Einzelhändler ausgerechnet aus dem quadratischen Mannheim ist mit „Engelhorn Mode“ in der Handelszukunftsstudie genannt. (Foto: Engelhorn über HHL)

Die Zukunft des Handels liegt bei den Silberrücken: Mit dem Ändern von Store-Layout und Einkaufsumgebung, zweitens durch das Aufwerten von „serviceorientierten Dienstleistungen“ und drittens mit dem Angleichen des Waren-Angebotes an die Bedürfnisse der „Silver Generation“ (50 plus x Jahre) kann der Einzelhandel vom demographischen Wandel profitieren. Dies haben zwei Forscher an der Handelshochschule Leipzig (HHL) bewiesen. Die Autoren der Studie seien gezielt „Innovationen, die auf der Verkaufsfläche umgesetzt werden“ nachgegangen. Für die Datenbasis hätten sie „im bewährten Fallstudien-Verfahren“ mit vielen Fach- und Führungskräfte der Branche „strukturierte“ Interviews geführt. Leider liefert die Pressemitteilung wenig Konkretes, wie der stationäre Handel „als Marktplatz der Generationen“ gewinnbringend für Kunde wie Verkäufer zu gestalten sei. Einzig ein erfolgreicher Einzelhändler ist genannt mit ausgerechnet „Engelhorn Mode“, der sein Personal gezielt für generationsspezifische Wünsche schule und das Haupthaus im quadratischen Mannheim mit einem Sterne-Restaurant als Treffpunkt für die „Best Ager“ profiliere. Weiterlesen

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Lebensmittel: Farbfolie als Frischeampel

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Unscheinbar wie ein Glitzi-Scheuerschwamm: Diese Folie zeigt farblich den Frischegrad von Lebensmitteln an. (Foto: JGU, Mainz)

Die Frische der Lebensmittel soll diese intelligente Folie farblich anzeigen, welche Chemieprofessorin Katja Heinze aus Mainz voller Lust mit Luxemburger Forschern entwickelt und dafür einen mit 35.000 Euro dotierten Preis sicher genauso lustvoll eingestrichen hat. Leider legt die Kommunikationsabteilung der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) der entsprechenden Mitteilung zu dieser Durchbruchsinnovation nur das langweilige Foto oben bei und zieht damit die sensationelle Neuheit rein optisch auf das Niveau eines Scheuerschwamms. Schade. Denn nach Ekelfleisch-Skandalen und mit Blick auf aktuelle Studien zur wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeit bei Verbrauchern könnte die neue Frischefolie am liebsten in grün, gelb und rot endlich für Klarheit vor der Ampel und damit für Sicherheit vor gammeligem Binde- und Muskelgewebe aus Tierkörpern sorgen.

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Google und LG Electronics als Erfinder-Ehe

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Gemeinsamkeiten sich ergänzender Giganten: Googles geschwungenes G und der Smiley von LG Electronics passen gut zusammen. (Bild-Montage: TG)

Google und LG Electronics haben jüngst mit ihrer langfristigen Vereinbarung über den gegenseitigen Zugang zu ihren Erfindungen die größte Aufmerksamkeit aller zuletzt veröffentlichten Wirtschaftsmeldungen verdient. Und ein Signal gesetzt: Innovation und Kooperation treiben offensichtlich als Schwungräder das Wachstum. Zwar hielten sich die neuen Partner bedeckt wie von Pietät bestimmt, welche Wunderwerke hiervon künftig konkret zu erwarten sind. Die Elefantenhochzeit der anderen Art lässt uns alle aber erstmal ehrfürchtig erstaunen, weil das enorme Ehegelübde zwischen Internet-Riese und Elektronik-Schwergewicht auf womöglich epochale Entdeckungen für global erzeugte Konsumentenbedürfnisse schließen lässt. Was kommt verlockend Unabwendbares auf uns zu beziehungsweise über uns? Womöglich übers Internet gesteuerte Mobilfunk-Fluggeräte und gepanzerte Kühlschränke, die in unser bis ins Detail durchleuchtetes Zuhause unaufgefordert einmarschieren – gegen entsprechende Kontoabbuchungen für ihren Einsatz.

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Mit ehrlichem Lächeln zum echten Erfolg

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Vertrauenswürdigkeit und Kooperationsbereitschaft signalisieren Menschen mit einem Lächeln, fanden Forscher jetzt heraus. (Fotos: svetikd/iStock)

Ein authentisch empfundenes Lächeln fördert die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Die aufrichtig Strahlenden erwecken nämlich Vertrauen und können davon profitieren. So lautet das Ergebnis einer soeben vorstellten Studie, für die  Forscher am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön und an der Toulouse School of Economics ihre These mit einem Verhaltensexperiment wissenschaftlich belegt haben. Die Untersuchung habe zudem gezeigt, dass das authentische Lächeln „unterbewusst eher dann eingesetzt wird, wenn es um höhere Gewinne geht“ und man es ehrlich meine. Es scheine „also Kosten zu haben, so zu lächeln, die man nur dann aufbringe, „wenn es sich lohnt“, konstatieren die Wissenschaftler: Und am authentischen Lächeln eines anderen lasse sich „verlässlich ablesen“, ob er kooperativ ist.

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Public Relations: Wort zum Sonntag von Kaplan Kocks

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Kuckuck, Klaus Kocks! Kuscheln ist doch dergestalt aufdringlich für Geistliche verboten, so sie nicht als Pharisäer mit Keuschheit prahlen. (alle Fotos: cato-sozietaet.de/presse)

„Journalisten sind PR-Leute, die eben das leugnen, Pharisäer also“, habe Prof. Dr. Klaus Kocks (im Nadelstreifen-Gewand oben) geradezu gewütet, womöglich weil heute selbst PR-Berater und früher Kommunikationsvorstand unter anderem der Volkswagen AG. Die Aufmacher-Meldung über „einen denkwürdigen Auftritt“ von newsroom.de, einem Portal für Medienschaffende, lässt mich erst erschrecken und dann (Latein wirkt schön schlau:) „stante pede“ stumm beichten. Doch umgekehrt wirft die Aussage umgehend die Frage auf, ob dies bedeute, dass PR-Leute die echten Journalisten sind, die eben dies offen zugeben, Wahrsager also. Was oder wie jetzt? Auf Basis solcher priesterhaften Plattheit egal. Trotzdem oder gerade deswegen dokumentiert der genannte Online-Neuigkeitenraum „die kritische Rede des Kommunikationsprofis“, die er vor gläubigen Nachwuchsjournalisten der Journalisten-Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in Wetzlar gehalten habe, zwar „in leicht gekürzter Form“, dafür aber ziemlich ausführlich. Uns jedoch sollte dieser Anlass nicht zum Ablass verleiten, sondern veranlassen selbstlos, ja geradezu samariterhaft, also barmherzig unseren Blick auf das wundersame Wirken des kauzigen Klaus Kocks zu werfen. Humoristisch betrachtet lohnt sich’s nämlich.

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Red Bull gegen den Foodwatch-Flügel

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Red Bull verleiht Flügel, weil man durch den Genuss zum Engel geraten kann, warnt „foodwatch“ akut vor Risiken und Nebenwirkungen von Energydrinks. (Foto: Bettina F/pixelio)

Red Bull, Monster und andere „Energydrinks“ findet Foodwatch als „die Verbraucherorganisation“ – gilt deren Engagement eigentlich unserem Schutz, einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis oder einzig mehr Verboten? – offensichtlich ziemlich fies und ekelig, sieht in dem Dosenzeug gar „gefährliche Wachmacher“ (nicht Weichmacher) und fordert deshalb – wie in Litauen seit Samstag angeblich als Weltpremiere eingeführt – auch in Deutschland einen Verkaufsstopp allerdings nur bezüglich Minderjähriger. Die Pressestelle aus Berlin beruft sich dafür auf Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO und auf irgendwelche Wissenschaftler sowie in der anklagend-mahnenden Mitteilung wahlweise auf einen „Verdacht“, auf ein „Risiko“, auf „Studien“ sowie auf „mögliche Gefahren“. Diffuse Hinweise auf Herzrhythmus-Störungen, Krampf-Anfälle, Nieren-Versagen und sogar Todes-Fälle erwartet unsereins eher auf Packungsbeilagen von Medikamenten. Ich hingegen frage allenfalls (und lasse damit derzeit T-Shirts bedrucken): „Wer trinkt schon freiwillig süße Plörre, die wie flüssiges Gummi schmeckt?“ Das muss reichen als Warnhinweis.

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Klopp sucht Himmelsstürmer – warum für Philips?

Philips-Klopp

Philips buchte Klopp, obwohl der ziemlich unrasiert und derzeit etwas erfolglos in der Liga dasteht.

Philips strebt mit Jürgen Klopp als Testimonial „nach noch Höherem“, lässt mich Deborah Weisbrich vom „Information Management“ der Werbeagentur Ogilvy & Mather Advertising Frankfurt aufgeregt und unaufgefordert wissen. Die entsprechende Pressemitteilung serviert sie mir unter der euphorischen Betreffzeile „Grenzen sind da, um überschritten zu werden: Philips und Ogilvy launchen Shaver Series 9000“. Der niederländische Konsumelektronik-Hersteller fordere sich mit der neuen Produktkampagne „ein Stück weit selbst hinaus“. Das riecht nach einem großen Stück Bullshit als Trumpf im Buzzword-Bingo („How fun!“, wie schon Christoph Waltz als Hans Landa lobt). Bei derlei Werber-Geschwafel bin ich zwar normalerweise ruck-zuck eingeschlafen, aber auch wir streben hier nach noch Höherem an Erkenntnis, was als Auftrag und Verpflichtung gilt. Weshalb wir uns doch detaillierter den drückenden Durchbruchsinnovationen widmen wie der „revolutionären Konturenerkennung“, der „Anwendung des Shavers im Spaceshuttle“ sowie der „Mission Himmelsstürmer“.

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