“Funny money finder” lemgoes to Frisco

Eine nützliche Smartphone-App zur Erkennung von Falschgeld scheinen auf den ersten Blick wenig windige Wissenschaftler an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe (OWL) entwickelt zu haben. Die Innovation aus ausgerechnet Lemgo ist international auch gleich und soeben in San Francisco auf einer Tagung über optische Dokumentensicherheit vorgestellt worden. Tolle Erfindung, schöner Dienstausflug, noch fehlt aber ein knackiger Markenname.

Die Bundesbank hat zwar jüngst vermeldet: Die Zahl der Fälschungen ist 2011 gegenüber Vorjahr um mehr als ein Drittel gesunken - und damit der Schaden auf 2,1 Millionen echte Euro. Aber immerhin kamen in Deutschland noch fast 17.000 falsche Fuffziger in Umlauf, deren Zahl sich damit halbiert hat. Zwanziger (nicht Theo), die auch nicht echt sind, haben dagegen um zehn Prozent zugenommen. Wasserzeichen, Hologramme, Folienstreifen – es gibt viele Möglichkeiten, Geldscheine auf ihre Echtheit zu prüfen.

Nun hat Professor Volker Lohweg vom Institut “Industrial IT” der Hochschule OWL mit seinem Team eine neue Smartphone-App entwickelt, die “weitaus sicherer”, ”schnell und unkompliziert” bewusst getarnte Blüten identifiziere (Achtung! Die hier abgebildeten Banknoten sind echt, werden mit freundlicher Genehmigung der Bundesbank gezeigt, dürfen von Unbefugten aber nicht zuhause ausgedruckt und in den Zahlungsverkehr gebracht werden! Einzelheiten regeln viel zu komplizierte Vorschriften).

Derzeit sei der Stahlstichdruck die verlässlichste und sicherste Methode, Geld herzustellen, denn er sei sehr fein und in hoher Auflösung, so dass selbst komplizierte Muster gedruckt werden  könnten (hier fehlt mir jetzt die Anleitung zum Gelddrucken). Neben der besonderen optischen Erscheinung sei der Druck dreidimensional, so dass etwa Erhebungen fühlbar seien. Dadurch seien Banknoten einzigartig und Fälscher bisher technisch nicht in der Lage, diese Kombination aus haptischen und optischen Merkmalen nachzubilden.

Trotzdem habe sich gezeigt, dass die Erkennung der Merkmale im täglichen Gebrauch schwierig ist. Deshalb hat Professor Volker Lohweg mit seinem Team eine neue Methode zur einfachen Erkennung von Falschgeld erarbeitet und als App fürs Smartphone entwickelt. „Die App identifiziert mithilfe von Bildverarbeitung und Mustererkennung, ob die Banknoten echt oder falsch sind. Das funktioniert schon mit einer durchschnittlichen Kamera am Smartphone“, so Lohweg. Falschgeld könne so auch im täglichen Gebrauch – und sogar im Umgang mit fremden Währungen – für Laien schnell als Fälschung enttarnen werden. „Auch für Menschen mit Sehbehinderung könnte dies beispielsweise eine große Hilfe darstellen“, bemerkt Lohweg noch.

Die optische Überprüfung der Banknoten auf Echtheit könne aber nicht nur in Smartphones angewendet werden. Auch in Zentralbanken bei der Geldsortierung oder in Geldautomaten, an denen Banknoten eingezahlt werden, könnten die optischen Programme zur Anwendung kommen. Ein weiterer Vorteil sei, dass ein Druckverfahren analysiert wird, das bereits für die Herstellung fast aller Banknoten verwendet wird. So müssen keine neuen oder zusätzlichen Sicherheitsmerkmale von den Zentralbanken auf neuen Banknoten aufgebracht werden –die im Umlauf befindlichen Banknoten sind dafür ausreichend.

Die Anwendung soll zeitnah mit einem internationalen Partner des Instituts auf dem Markt gebracht werden und für jeden nutzbar sein. Damit die App auf dem eigenen Smartphone funktioniert, muss die Auflösung mindestens 600 dpi betragen um eine stabile Analyse vom Tiefdruck machen zu können.

Fehlt nur noch ein knackiger Name für die neue App. Falschgeld-Enttarner klingt zu profan. Vielleicht wenden die Lemgoer (oder Lemgoten) schon die international verwendbaren Vokabeln für Falschgeld hin und her, um auf einen Markennamen zu kommen: counterfeit money detection? (englisch), faux billet identification? (französisch), dinero falso econocimiento? (spanisch) oder moneta fasificata riconoscimento? (italienische). “Funny money finder” wäre noch eine Möglichkeit. Ach, engagiert doch eine professionelle Markenagentur. Oder druckt Euer Geld einfach selbst (wie steht angeblich auf der Zauberseite stemaro.de - allerdings warnt Kommentator “x7Rabel7xHD” hier auch als “Bundespolizei Rheinland-Pfalz” vor dem Video, das sich womöglich gleich inklusive Ihres Computers selbst zerstört):

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