Das Editorial in absatzwirtschaft 1-2/2012 umschreibt die inhaltliche Klammer des Heftes, das heute erscheint. Für einen modernen und erfolgreichen Führungsstil braucht es auch mutige Marketer, lautet die Botschaft. Denn das ganzheitliche Marketing übernimmt die marktorientierte Unternehmensführung. Immer wieder erstaunlich, wie oft die Disziplin nur auf Werbung reduziert wird. Viel Lesespaß, Nutzwert und Erkenntnis mit der neuen Ausgabe.
Willkommen in der ersten Ausgabe 2012, die sich zum Jahresauftakt in Vielfalt mit dem grundlegenden Anspruch des Marketings als ganzheitlich lenkende Disziplin der marktorientierten Unternehmensführung auseinandersetzt.
„Leadership“, dieser facettenreiche Begriff, scheint an der Spitze unserer Bewegung etwas in Vergessenheit geraten zu sein. Dabei dürften doch alle – am Wohl einer Firma interessierten Beteiligten – durchaus erwartungsvoll auf den vorangehenden Marketer schauen. Dieses Heft widmet sich Vorbildern und beinhaltet damit den Appell an alle Kapitäne, den Kurs anzuzeigen und als Frontmann die Standarte vorwegzutragen. Gerade die Missionare des Marketings bezeugen überzeugend den Sinn ihres Wirkens in Zeiten von Verunsicherung, Krise, Wandel. Oder wie Napoleon Bonaparte einst sinngemäß vorgab: Ein Führer ist jemand, der Hoffnung vermittelt. Das funktioniert weder als Schleicher noch als Schaumschläger.
Überzeugungstäter mit einer klaren Vorstellung, Verantwortungswillen, Kompetenz und Überblick braucht jedes Unternehmen, die deutsche Wirtschaft, das Land. International als Vorzeigemarketer gilt der uneitle Eifler Hermann Simon, mit dem auf Seite 26 unsere neue Serie „Denker und Lenker“ startet. Mehr als Unternehmensberater denn als RTL-Restauranttester oder Sternekoch gibt sich Christian Rach im Interview ab Seite 12, der dem Unternehmertum ein Führungsvakuum attestiert und rät, Wirtschaft könne von Wirtschaften lernen.
Modernes Management nimmt das Heft vorausschauend in die Hand – und welche Philosophie wäre da besser geeignet als das Marketing, das stets nach Bedürfnissen, Zielgruppen, besseren Produkten, gewinnbringenden Preisstrategien, gezielten Vertriebswegen und überzeugender Kommunikation sucht. Der Krieg um taktische Patente, den Christine Mattauch in unserer Titelstory ab Seite 18 analysiert, ist nur mit gewappneten Profis zu gewinnen.
Geschickte Entscheider entwickeln dazu die eigenen Stärken und heben die intern brachliegenden Potenziale, was bezeichnenderweise unter „Business-Intelligence“ subsumiert wird. Martina Monsees gibt zu diesem wichtigen Wissen ab Seite 30 einen umfassenden Überblick mit Praxisbeispielen.
Den neuen Führertyp umschrieb Zukunftsforscher John Naisbitt einst treffend als „Möglichmacher, Entscheidungserleichterer, kein Befehlsgeber“ – und damit sicher gemeint schon gar nicht als Befehlsempfänger. Für Matadore des Marketings wäre das doch für dieses Jahr ein vorzüglicher, ja vortreff licher Vorsatz.
Ihr Thorsten Garber,
verantwortlicher Redakteur, Ressort „Global Marketing“,
Kontakt: t.garber@fachverlag.de
Dieses Internet-Tagebuch begleitet Entwicklungen aus der Welt der Märkte und Marken. Gelenkt ist der Blick aus einem besonders anstrengenden Betrachtungswinkel. Gerichtet auf das bunt schillernde Marketing als ganzheitliche Disziplin der kundenorientierten Unternehmensführung. Dabei darf das Entstehen von neuer Theorie und Praxis genauso vorkommen wie tolle Erfindungen, pfiffige Geschäftsideen oder sensationelle Services - aber eben auch katastrophales Kundenmissmanagement. Die Leser und der Autor sind gleichsam interessiert an merkwürdigen Moden, tiefgreifenden Trends und zukunftsweisenden Innovationen. Kurzum: Es geht um Erkenntnisse, die mindestens inspirieren und bestenfalls Nutzen stiften ohne in Form und Inhalt wie schwer verdauliche Wissenschaftskost daher zu kommen. In Anlehnung an den Autor (im Bild) trägt dieses Tagebuch den Titel "Garbers Gazette". Diese veraltete, heute eher ironische Bezeichnung für eine Zeitung deutet an: Dieses Blog treibt vor allem Humor als Haltung - mitunter sogar Schabernack. Vermutlich wagen wir auf dieser Basis den Blick in die Zukunft eher mit Optimismus. Das Leben ist schließlich schon schwierig genug. (Foto: Bernd Hegert)