Immerhin jeder fünfte Deutsche weiß, dass ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln hilft, Wasser zu sparen. Doch fast acht von zehn unterschätzen den Verbrauch etwa bei der Fleischherstellung. Das hat die aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des “Wissenschaftsjahrs Zukunftsprojekt Erde” zum gestrigen “Weltwassertag” ergeben. Es fehlt an Aufklärung und Ressourcen. Wieder einmal. Erstaunlich? Nur zum Teil. Denn bei schon bald neun Milliarden Menschen geht eben ganz schön was durch.
Eine Möglichkeit des sparsamen Wasserverbrauchs, das scheint vielen Befragten klar zu sein, ist unter anderem weniger Fleisch zu essen. Über den tatsächlichen Wasserverbrauch bei der Fleischherstellung herrsche jedoch offensichtlich eine große Unklarheit: Rund drei Viertel haben den wahren Bedarf unterschätzt. Viele Befragte wünschen sich daher, besser über das Wasser, das in einzelnen Produkten steckt, aufgeklärt zu werden. So viel steht fest: Die Fleischindustrie wird sich dafür sicher nicht selbst das Wasser abgraben.
Der Weltwassertag hat diesmal die Diskussion zu „Wasser und Nahrungssicherheit“ in Fluss gebracht. Und bewusst gemacht, dass der Bedarf an Wasser und Lebensmitteln durch das Bevölkerungswachstum und die Urbanisierung weltweit steigen wird. Die drohende Lücke zwischen verfügbaren Wasserressourcen und Wasserbedarf verschärfe die Lage in wasserärmeren Regionen, in denen Menschen eh’ schon (ver-)dursten. Dies sei ein globales Problem, denn den Löwenanteil des Wasserverbrauchs bilde mittlerweile das sogenannte “virtuelle Wasser”. Wie bitte? Welche Blubberblase hat sich diesen Begriff denn schon wieder einfallen lassen? Immerhin sprudelt gleich die Antwort hinterher:
„Virtuelles Wasser gibt das Wasser an, das während der gesamten Produktionskette benötigt wird, bis ein Produkt beim Verbraucher landet“, erklärt Professor Dietrich Borchardt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung mit passenden Kürzel UFZ, welches die schwierigen Lage seufzend wiedergibt. Rechne man das virtuelle Wasser zum durchschnittlichen Wasserverbrauch von täglich knapp 130 Litern pro Person in Deutschland dazu, nutzt jeder Deutsche mittlerweile 4.000 Liter Wasser am Tag. Und das, obwohl die Deutschen als Weltmeister im Wassersparen gelten. Die Wassermenge, die die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch tatsächlich benötigt, beziffern die 75 Prozent der Befragten deutlich niedriger als die 15.000 Liter, die für die Futtermittel und Schlachtung der Tiere sowie die wasserintensiven Reinigungsprozesse in der Lebensmittelindustrie tatsächlich gebraucht werden. Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich eine Informationskampagne, um besser aufgeklärt zu werden. Dietrich Borchardt rät, stärker darauf zu achten, ob Lebensmittel benötigt werden, denn jeder Deutsche werfe pro Jahr 82 Kilo Lebensmittel in den Müll: „Mit jedem Apfel, den ich wegwerfe, spüle ich 70 Liter Wasser in die Tonne.“
Energie-, Nahrungs- und Wassersicherheit gehören zusammen, mahnen die Forscher. Denn wer etwa seinen Warmwasserverbrauch drossele, spare auch Energie. Im Wissenschaftsjahr 2012 stellen die Initiatoren berechtigt drei Fragen: Wie wollen wir leben? Wie müssen wir wirtschaften? Wie können wir unsere Umwelt bewahren? Das Bundesforschungsministerum fördert zudem das Projekt “Nachhaltiges
Wassermanagement” zur Entwicklung innovativer Verfahren, Systeme und Technik. Andernfalls müssen wir vielleicht bald mit Wasserpreisen rechnen, die an die aktuellen Benzinpreise heranreichen. Wundern würde es mich nicht. Die Knappheit der Mittel mutet mittlerweile wie allgegenwärtig an: Dort fehlt ganzen Ländern das nötige Geld, hier mangelt es an Fachkräften, am Nachwuchs sowie an jungen Kandidaten für das Bundespräsidentenamt, Arbeitsplätze sind überall zu wenige da, global gehen die Energiereserven für fossile Brennstoffe so gut wie zur Neige, und leider leidet die Mehrheit der Menschheit schon lange an einem Vakuum aus Liebe und Frieden. Ein Krieg für die Ohren steht uns aber erst noch ins Haus, wenn durstig grölende Männer zu Schlagermusik loslegen (und sage hinterher bloß keiner, er habe nie gedacht, dass so etwas auf deutschem Boden möglich ist – mein nachfolgendes Exempel als Warnung schreckt hoffentlich wach):
Dieses Internet-Tagebuch begleitet Entwicklungen aus der Welt der Märkte und Marken. Gelenkt ist der Blick aus einem besonders anstrengenden Betrachtungswinkel. Gerichtet auf das bunt schillernde Marketing als ganzheitliche Disziplin der kundenorientierten Unternehmensführung. Dabei darf das Entstehen von neuer Theorie und Praxis genauso vorkommen wie tolle Erfindungen, pfiffige Geschäftsideen oder sensationelle Services - aber eben auch katastrophales Kundenmissmanagement. Die Leser und der Autor sind gleichsam interessiert an merkwürdigen Moden, tiefgreifenden Trends und zukunftsweisenden Innovationen. Kurzum: Es geht um Erkenntnisse, die mindestens inspirieren und bestenfalls Nutzen stiften ohne in Form und Inhalt wie schwer verdauliche Wissenschaftskost daher zu kommen. In Anlehnung an den Autor (im Bild) trägt dieses Tagebuch den Titel "Garbers Gazette". Diese veraltete, heute eher ironische Bezeichnung für eine Zeitung deutet an: Dieses Blog treibt vor allem Humor als Haltung - mitunter sogar Schabernack. Vermutlich wagen wir auf dieser Basis den Blick in die Zukunft eher mit Optimismus. Das Leben ist schließlich schon schwierig genug. (Foto: Bernd Hegert)
Herrliche Musik! Da ist mir das gesunde, sanfte Rauschen von Wasser doch lieber