Abstimmung zum ADAC

Ein Preis, den keiner will: Volkswagen hat angekündigt, nicht mit dem ADAC-Autopreis „Gelber Engel“ zu werben. Dabei war doch der VW-Golf in der vergangenen Woche in der Kategorie „Lieblingsauto der Deutschen“ ausgezeichnet worden. Wie kann man so undankbar sein?! Auch der beleidigte Kölner Ford-Werke-Chef Bernhard Mattes reagierte auf „die Vorgänge rund um die Stimmauszählung enttäuscht„. Jesses! Jetzt sieht ein depressiver Autofahrerclubpräsident Peter Meyer gar „keine Zukunft mehr“ (nicht für sich, sondern für den Preis) und wimmert von einem „Totalschaden“.  Schweig, still! So eine Ikone der Autokaufentscheidung einfach aufzugeben – warum nur? Was kann das Engelchen dafür? Und wer sind überhaupt die Teufelchen? Schmerzliche Fragen wie nach einem verschuldeten blöden Auffahrunfall, die beantwortet werden wollen, um über die volle Wahrheit ein Meinungsbild zu gewinnen und abschließend abzustimmen.

Preistraeger_Lieblingsauto_197911Klar, alle Freude ist versaut. Da zeigte sich VW-Konzernchef Winterkorn stolz wie Bolle (links im Bild). Als „Persönlichkeit“ hatte der Club dann auch noch wie durch ein Wunder womöglich kurzfristig ausgerechnet Michael Schumacher (rechts) zum MPreisträger ausgewählt. Alle Festgäste der Verleihungsgala hatten tapfer die Moderation von Nina Ruge ausgehalten. Und dann diese Massenkarambolage. Nur weil dem Autoclub mal aus Versehen beim Votum für das Siegerauto quasi ein Komma verrutscht ist, wodurch aus tatsächlichen 3.409 nur leicht erhöhte 34.299 Stimmen wurden. Das kann doch mal passieren. Skandalös erscheint mir die „Hände in Unschuld waschen“-Reaktion der Führung. Wer glaubt, dass im Management nur der zurückgetretene Kommunikationschef und „Motorwelt“-Chefredakteur Michael Ramstetter von der Manipulation wusste, hebt bitte die Hand? Ich sehe, dass ist nicht der Fall.

BIst es denn eigentlich gar nicht schade, dass so eine schmucke Trophäe (links) eingestampft werden soll, oder gibt es schon zu viele Auszeichnungen (ähnlich häufig wie Staus)? Spannend auch: Wie hoch wohl ein Schmerzens- und Schweigegeld beim ADAC liegt (und kann ich jetzt den Chefredakteursjob haben)? Faust in die Wunde: Was sich ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair da gedacht hat, noch bei der Preisverleihungsfeier von „Unterstellungen und Unwahrheiten“ zu poltern? Wenige Tage später schon versuchte er laut „Automobilwoche“ noch die Kurve zu kriegen, nicht ohne vor allem den guten Ruf zu betonen: „Dieser Vorgang tut uns leid, er trifft den ADAC ins Mark, weil wir als eine der vertrauenswürdigsten und seriösesten Organisationen galten.“ Ach so, gAlten! Und er schob geschwind nach: „Wir haben hier ganz klar einen Hauptverantwortlichen.“ Aha, und das sollen die kritischen „Gazette“-Leser glauben?! Also ab zur Abstimmung (bitte immer nur ein Kreuz nehmen, Antwort kopieren und als Kommentar abschicken):

0 Antwort A: Ich glaube meinem Club. Die Zahlen hat die NSA manipuliert.

0 Antwort B: Ich bin mir nicht sicher. Um das beurteilen zu können, werde ich Mitglied wie die anderen 19 Millionen.

0 Antwort C: Wenn dafür nur der Ramstetter-Michel verantwortlich war, fress‘ ich ’n verölten Vergaser.

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Kommentare zu Abstimmung zum ADAC

  1. Manfred Pfeiffer

    Wann entzieht man dem ADAC das Privileg eines Vereines. Ein Verein mit Milliarden Bilanzen, behandelt wie ein Kegelverein. Jeder Friseur wird vom Finanzamt geprüft.
    Wann erwacht der Zorn der Mitglieder über ständig steigende Beiträge.
    Ich überlege mir eine Petition zu organisieren um die Meinung von
    Mitgliedern zu erfragen wie sie zu dieser Frage stehen. Gibt es ein solches Forum schon?

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