Digitale Transformation: Was funktioniert, was nicht

Digitaler Transformation ist dieses Bild zum Opfer gefallen. Dafür funktioniert jedoch der beruhigende Blick auf Vater Rhein tadel- wie zweifellos, oder? Foto: TG

Donald Trump dürfte sogar die digitale Transformation nutzen, um über eingebaut Künstliche Intelligenz halbwegs klug zu kommunizieren und über 3-D-Drucker-OP etwa die Optik eines George Clooney anzunehmen – es würde nicht funktionieren. Sein Name steht fest gebucht für spezielles Programm. Seine Aussagen, sein Aussehen und seine Ausscheidungen über Twitter, Instragram und Weltbühne passen perfekt zusammen. Leider funktioniert Großmannssucht offensichtlich damit. Doof und tumb mutet schon sein schlimmer Slogan an: „Amerika zuerst“. Darauf reingefallen sind in den USA zumindest in Mehrzahl wählende Blitzbirnen. Alle anderen scheinen sich einig über das alltäglich Unerträgliche, so dass Aufregung über Mister Peinlichkeit permanent funktioniert. Für den sonst kultivierten Clooney übrigens war Trump zuletzt nur „dieser Kerl, der in eine Gold-Toilette kackt“, wobei der Schauspieler seine Aussage würzte, ausgerechnet jenen als „Mann des Volkes“ zu bezeichnen sei „lächerlich“. Über die Reaktion auf Trumps Gefasel von einer „Küsten-Elite“ informierte uns ein Nachrichten-Portal namens „Daily Beast“. Ob hier Stille schöner wohl wäre?
Ja, aber das inständige Ignorieren funktioniert oft nicht so gut, wenn über außergewöhnlich Ausgeflippte aufgeklärt werden muss. Etwas schämen sollten wir uns aber schon, wenn wir seinen Namen mit den Initialen DT erwähnen, für den Google allein Einträge in neunstelliger Menge anzeigt. Immerhin: Zehnstellig steht schon „return“ mit Nennungen in der Suchmaschine. Unser neues „Magazin für Transformation und Turnaround“ mit genau diesem Medientitel erscheint als Nummer 04/17 morgen. Es hätte im Google-Ranking einen Platz an erster Stelle verdient, steht  noch auf Rang 5, aber damit schon auf der ersten Seite. Auf der ersten Seite der aktuellen Ausgabe steht das Cover oben links im Bild. Dort unschwer zu erkennen: Daten fließen, Unternehmen auch aus dem Mittelstand müssen die wichtigen nur vernünftig auffangen, kanalisieren und zum Kundennutzen verwenden. Dann deckt digitale Transformation die Bedürfnisse von Firmen und ihren Kunden gleichgut ab.

Spotify-CEO Daniel Ek dirigiert den Streaming-Dienst für Musik und trimmte die ursprüngliche Jukebox zum individuellen Discjockey. Foto: Spotify AB

Ja, doch! Sicher sind Durchleuchtung und Datenschutz kaum in Balance zu halten. Doch dauerhaft werden auch im digitalen Zeitalter nur Geschäftsmodelle erfolgreich sein und bleiben, wenn Konsumenten des Angebots sich nicht ausgenutzt und übervorteilt fühlen. Oder, wie Timo Wopp im Heft innerhalb seiner Kabarettisten-Kolumne unter der prima Überschrift „Living Lindner’s Way“ sowohl das Leid wie auch die Lust witzig und warnend umschreibt: „Die Digitalisierung ist wie Alkoholismus, das Ende wird desaströs, aber der Weg dahin kann ganz schön geil sein.“ So geil wie der Weg von CEO Daniel Ek (im Bild oben), der den Stockholmer Streaming-Dienst von der reinen Song-Maschine zum „DJ Spotify“ transformierte und damit die Musikindustrie revolutionierte, wie unser Beitrag aus Schweden im Auslandsbeitragsblock „International“ auf Seite 31 durchaus global digital demonstriert.  Aber lesen Sie selbst vor dem Bestellen der neuen Ausgabe hier zur Anregung zunächst das Editorial als Appetitanreger:

Gelingsicherheit

Auf der Suche für dieses Editorial nach aktuellen Aufhängern, die bedeutenden Bezug zu unserem Schwerpunkt „Digitalisierung“ haben, stieß ich auf den Thermomix. Aus sieben Gründen:

Erstens las ich verblüfft, dass die Markteinführung des Gerätes mit damals sieben Funktionen schon erstaunliche 56 Jahre zurückliegt.

Zweitens hat Vorwerk unermüdlich die Universalküchenmaschine zum vernetzten System transformiert mit heute 151 Patenten im Modell TM5.

Drittens steigerte die Unternehmensgruppe aus Wuppertal damit den Umsatz in ihrem stärksten Geschäftsbereich allein 2016 gegenüber Vorjahr um elf Prozent auf fast 1,3 Milliarden Euro.

Viertens war ich kürzlich ungewollt Zeuge der Relevanz in einer lebhaften Diskussion über das Für und Wider der Anschaffung als Ahnungsloser inmitten einer gut informierten Frauenrunde.

Fünftens fand ich in der Fundstelle als Anlass, dass der Deutsche Marketing Preis 2017 den Thermomix auszeichnet.

Sechstens stammt der Beitrag dazu aus dem Medium, bei dem ich lange mitarbeitete, und von dem Autor, den ich seitdem wertschätze und der auch für „return“ schreibt.

Siebtens gibt es in jenem Interview mit Vorstand und Marketingchefin zwei besonders treffsichere Aussagen, die unser Schwerpunktthema konkret auf den Punkt bringen: Die Digitalisierung mache jetzt das Kochen noch einfacher, womit sich „die Gelingsicherheit“ erhöhe und damit für jeden Hobbyhäuptling am Herd der „Erfolg immer garantiert“ sei; dies beschere außerdem dem Anbieter ein Alleinstellungsmerkmal, womit er nun auch viele Männer mit Interesse an der digitalen Welt für das Gerät gewinne.

Hier greift die digitale Transformation prägend positiv beim Geschäftsmodell, liebe Leserin und lieber Leser. Es mag ab und an Kritik am Produkt geben, aber beim Konzept überwiegt die geglückte Umsetzung. Ebenfalls gelungen ist dies unserem Team ab Seite 16, wenn es angesichts der Vielzahl an Aspekten unserem Titelreport-Autor Armin Hingst auch vorkam, als müsse er den Pudding an die Wand nageln. Die wesentlichen Treiber präsentiert er gleichwohl verständlich und verdichtet aufs Wesentliche. Die Beiträge über taktangebende Digital-Transformatoren wie Wilo und kloeckner.i seien ebenso empfohlen wie über die Turnaround-Trendsetter Masterflex und Paragon.

Kurzum: Großartige Geschäftsmodelle, deren Durchbruch auf kundenorientierter Digitalisierung und entsprechender Monetarisierung basiert, durchziehen das gesamte Heft. Und, versprochen: Zielführenden Vorbildern unternehmerischen Handelns, die Nutzen und Ertrag für florierendes Business am besten betreiben, widmen wir uns in return 01/18 wieder, weil das weidlich wichtig ist, um gegen Krisen vorzubeugen. Oder, wie optimistisch der deutsche Philosoph Ernst Bloch mit auf den Weg gibt: „Man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern.“

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