Handel im Wandel als Heft

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Dem Wandel im Handel und der Zukunft im Verkauf widmet sich die aktuelle Ausgabe 02/15 von return – Magazin für Unternehmensführung und Sanierung“. Viele Fälle und alle Statistiken belegen: Nach Gastgewerbe und Bau gehört das stationäre Warengeschäft zu den Branchen mit den höchsten Insolvenz-Quoten. Orientierung, Inspiration und konkreten Nutzwert verspreche ich allen, die sich Zeit zur Lektüre der genannten Zeitschrift nehmen. Die Leiden der Läden sind weder neu, noch gehen sie allein auf negative Impulse durchs Onlineshopping zurück. Klagenden Krämerseelen sei ins Stammbuch geschrieben: Euer Geschäftsmodell krankt ähnlich wie diejenigen in anderen Sparten an einem fiesen Virus, dessen Wirkung vom Verändern abhält. Zu verbreitet ist die „Ja, aber“-Mentalität. Hier regiert Angst, hier mangelt es an Mut, hier fehlt Führung. Warum beispielsweise haben die meisten Handelsunternehmen, sogar die großen Konzerne, keine innovative Forschungs- und Entwicklungsabteilung?

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Krise, Krankheit, Tod – darf man wirtschaftlichen Notlagen auch noch Komik abgewinnen? Gegenfrage: Geht’s denn überhaupt ohne? „Je ernster die Lage, desto wichtiger der Humor. Komik schafft Distanz zu bedrückenden Ereignissen, sie erlaubt, (…) über (…) Unerträgliches zu sprechen – und so den Schrecken zu bekämpfen“, schrieb treffend „Titanic“-Chefredakteur Tim Wolff im Januar. Der für das Satire-Magazin und auch für „Die Welt“ arbeitende Witze-Zeichner Stephan Rürup gewinnt nun ernsten Lagen auch für „return“ heitere Seiten ab. Seinen Start-Cartoon über (Sitz-)Gelegenheiten für Gläubiger finden Leser hier zweigeteilt oben.

Woolworth, dm, Edscha und die Bayern

return_02-2015_CoverDas Heft empfehle ich nicht nur Händlern. Lernen können wir alle aus den Unternehmensgeschichten („Woolworths Wiederkehr“), den großen Interviews (u.a. dm-Chef Harsch und Ex-Fleischkönig Schweisfurth), von den Trends zur Transformation auch in China und den USA, vom Wandel im Fußballgeschäft unter dem Titel „Warum Bayern (fast) immer gewinnt“, von den Tipps für aktiven Vertrieb von Verkaufsprofi Dirk Kreuter sowie beim Betrachten der Bilder von „Läden als Einladung“. Zahlreiche Branchen-Experten haben auf mehr als 30 Seiten zukunftsweisende Trends return-02-15_Vinkenzwischen Tradition und Transformation zusammengetragen. Für sehr lesenswert halte ich auch die Analyse über die Rückkehr des Automobilzulieferers Edscha zu alter Stärke als Weltmarkt- und Innovationsführer. Als Fortbildung und als Lehrstunde des Scheiterns erhalten wir Einblick in eine der sogenannten „Fuck Up Nights“, in denen Existenzgründer auf der Bühne vor Publikum offen von ihren Pleiten berichten. Respekt! Und nicht nur Steuerberater, sondern auch deren Kunden in der mittelständischen Wirtschaft, dürfte interessieren wie BStKB-Präsident Dr. Vinken (rechts im Bild) über die Zukunftsfähigkeit seines Berufsstandes denkt. Kurzum: Unser Magazin darf ich als Chefredakteur bei Ihnen guten Gewissens bewerben.

Nahtlose Einkaufserfahrung statt Geiz am Preis

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Eine unserer Thesen: Händler haben verstärkt ihre Mitarbeiter zu pflegen und zu qualifizieren. Veränderungen sind in den vergangenen Jahren hier häufig auf Kosten der Belegschaft durchgesetzt worden. Überhaupt ist straffes Kostenmanagement nicht das einzige Instrument erfolgreicher Unternehmensführung. Zum Leistungs- und Investitionsmanagement rät etwa Erich Harsch: Händler sollten ihre Erträge so verwenden, dass ihr Geschäft für die Zukunft gerüstet ist. Schlechte Bezahlung zieht zudem schlechte Leistungen nach sich. Ein Investment in Schulungen zum Verkaufsabschluss oder in Beratungskompetenz schadet sicher nicht.

Die wesentliche Anforderung an Händler ist der Kulturwandel, noch stärker aus Kundensicht neue Angebote zu kreieren. Für die digitale Transformation des traditionellen Einzelhandels fehlt es nicht an technischen oder finanziellen Ressourcen. Die gute alte marktorientierte Unternehmensführung ist gefragt – egal in welchem Verkaufskanal. Das neue Zauberwort „Omnichannel“ steht dafür, dass wir als Konsumenten eine nahtlose Einkaufserfahrung mit fließendem Wechsel und einheitlichem Markenerlebnis erwarten. Für das noch „dominante Preisparadigma“ prognostizieren Zukunftsstudien dagegen einen Verlust an Relevanz. Der Geiz am Preis allein führt langfristig halt auf den Holzweg – oder in eine Sackgasse ohne Wendemöglichkeit.

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