Neue Liebe zur Sachlichkeit

„In Cuxhavens schönster Lage direkt am Döser Seedeich mit Panoramablick auf den Weltschifffahrtsweg“, wähnt sich der Betreiber dieses Hotels, das als „Oase der Ruhe durch die familiäre Gastlichkeit“ sicher neue Liebe beschert. Foto: TG

Eine neue Liebe sei wie ein neues Leben, sang seinerzeit der beim Liedvortrag seltsam euphorisierte Schlagersänger Jürgen Marcus. Ist ein neues Leben in Liebe überhaupt möglich, wenn die Schönheit des Lustschlosses dafür die Sinne raubt? Der Prachtbau oben im Bild erinnert stark an eine himmlische Startrampe, von der aus es sich gemeinsam auf sanft schwingenden Flügeln der Liebe zum Höhenflug emporflattern lässt. Die palastähnliche Heimstatt für soeben eingegangene Beziehungen offenbart die ganze Wahrheit hier. Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit finden Leserinnen und Leser zweifelsohne ab dem 18. April in der dann erscheinenden Ausgabe 02/18 der mit echter Liebe produzierten Management-Zeitschrift „return“ (Cover links im Bild). Das einzig wahre Magazin für Transformation und Turnaround mit journalistisch aufbereiteten Beispielen vorbildlicher Unternehmensführung in solchen Prozessen wartet wieder mit wonnigen Wirtschaftsthemen auf. Apropos: Ein wahres Füllhorn an Wissen finden Besucher zusätzlich, weil die bisherigen Angebote von return-online.de seit dem 1. April über diese neue landing page integriert zu finden sind unter dem Dach eines prächtigen Portals mit fulminanter Datenbank. Was bedarf es da noch mehr – für ein liebenswertes Leben mit belebender Lektüre? Stimmt, bei geeignetem Anlass neben dem lecker Lesestoff noch ein leichter Wein, frisches Baguette, diverse Käse und milde Oliven.

Mit Liebe erwähnenswert

Bevor ich allerdings mehr über die oben genannten und neuen Informationsofferten aus dem April offenbare, sollten wir wie immer gemeinsam einen Blick zurück werfen auf diesen auch wettertechnisch wechselhaften März. Kalt erwischt fühlten sich offensichtlich die Gläubiger von der Insolvenz der Air Berlin und kündigen zum Monatsanfang eine Milliardenklage gegen die arabische Fluggesellschaft Etihad an, die im vergangenen Sommer etwas überraschend den Geldhahn zugedreht hatte für die wohl zugesagte Unterstützung für Air Berlin. Fast zeitgleich berichtet das Online-Geschäftsreisemagazin „BizTravel“ über einen Antrag der Bundestagsfraktion der Partei „Die Linke“, nach dem „die Pflicht zur Insolvenzabsicherung für Veranstalter auf Fluggesellschaften ausweitet“ werden soll, um Fluggäste besser zu schützen vor dem Verlust bezahlter Tickets. Bemerkenswert, dass es rund um den Billigflieger wieder nur ums Geld geht. Was gab es sonst noch erwähnenswertes mit Liebe zur Sachlichkeit im dritten Monat des Jahres?

Nicht nur zu Luft, sondern auch zu Wasser taucht die Wirtschaft in Problemzonen ein. Das maritime Journal „Hansa“ meldet Verluste für Rolls-Royce durch das Marine-Geschäft. Quasi auf Schienen legt dagegen die Vossloh-Aktie angeblich einen „spannenden Turnaround“ mit Fragezeichen hin. Unterdessen sieht der Autor einer Studie an der Hochschule Fresenius auf Straßen „Zukunftschancen der Schwarm-Mobilität“. Wir lernen: Vernünftige Verkehrsthemen haben derzeit Hochkonjunktur. Dieser Eindruck zieht sich zumindest durch den ganzen Monat bis zum 29. März, an dem mir die Kollegen von „brand eins“ via Newsletter ihr neues Heft mit dem Schwerpunkt „Mobilität“ empfehlen. Im ersten Moment denke ich zwar: Mist, unser „return“-Magazin mit genau diesem Schwerpunkt erscheint erst 18 Tage später! Aber dann freue ich mich, dass wir mit unserer Redaktion konkret für mittelständische Unternehmen andere Aspekte aufgegriffen haben.

Die lateinische Phrase an diesem Gebäude bedeutet „Seefahren ist notwendig“. Dagegen ist soweit nichts einzuwenden Aber im Ganzen endet der Spruch „…, vivere non est necesse.“ Also: „..Leben tut nicht not.“ Wer sich so einen Quatsch aber auch immer ausdenkt. Foto: TG

Lebensmüde oder liebesflüchtig?

Sind Seefahrer lebensmüde, liebesflüchtig oder nur selbstlos, dass sie ihre Arbeit für notwendig halten, während das Dasein nicht unbedingt sein muss? Etwas rätselnd lässt mich der Anblick dieses Slogans am behördlich wirkenden Komplex oben im Bild zurück, an dem ich so lebensfroh am 24. März vorbeispaziere auf dem Deich an der Nordsee. Wirklich Zufall, dass das „Oberbayerische Volksblatt“ mit wenig später ermahnt: „Wie der länger lebende Ehegatte gut versorgt bleibt“. Ich möchte doch gar nicht zur See fahren! Weder auf Kutter oder Kreuzer noch auf „Aida“, „Costa Concordia“ oder „Titanic II“. Lufthansa stellt die direkte Flugverbindung zwischen Berlin und New York ein, beklagt der „Tagesspiegel“ am 14. März und schiebt gleich im Vorspann den Vorwurf nach „entgegen aller Versprechungen“. Viele wussten gar nicht, dass Berlin überhaupt über eine Flugverbindung irgendwo hin verfügt.

Jede dritte Unternehmenspleite in Deutschland sei abzuwenden, wenn das Management rechtzeitig den Insolvenzschutz beantragen würde, berichtet das Handelsblatt“ am 21. März unter Berufung auf eine Studie des DIAI und nennt für 2017 insgesamt 5.600 Firmen, die so zu retten gewesen wären. „Viele Chefs betreiben Management by Kontoauszug und übersehen die mittelfristigen Warnsignale“, sagte DIAI-Vorstand und return-Herausgeber Prof. Hans Haarmeyer: „90 Prozent der Insolvenzen kündigen sich mindestens ein Jahr im Voraus an.“ Das Verhalten habe weniger mit Scham als vielmehr mit Wegschauen zu tun, erklärte mir dazu im Interview der Wirtschaftspsychologe Felix Brodbeck, der übrigens diesen Kontrollverlust mit dem von sammelnden Messis vergleicht.

Einseitige Liebe, blindes Vertrauen

An ein Wunder grenzt für mich, dass Facebook noch keine Insolvenz anmelden musste angesichts des Datenmissbrauchs, angesichts dessen Marc Zuckerberg als Chef dann doch noch Transformationsdruck einräumte. Immerhin lebt das Freundeportal, auf dem meist unwichtiges Informationsbombardement stattfindet, doch vor allem vom blinden Vertrauen der Trillionen Kunden, die Facebook ihre Daten anvertrauen. Welch‘ einseitige Liebe!
Nachdem sich „return-online“ schon vor einiger Zeit der auffälligen Pleitewelle in Fußballclubkreisen gewidmet hat, fasst am 8. April der „Deutschlandfunk“ den Schlamassel schön zusammen: „110 deutsche Fußballvereine aus den obersten fünf Ligen haben in den vergangenen 21 Jahren einen Insolvenzantrag gestellt. Besonders viele Insolvenzen gab es ab der dritten Liga abwärts.“ Untersucht hat das ein Sportökonom. Dem Druck der Geldbeschaffung für teure Spielerkader können Vorstände wohl nur in der Bundesliga und 2. Liga duch ausreichend Einnahmen standhalten. Namhafte Traditionsvereine zählen zu den zahlreichen Opfern des schwierigen Geschäfts. Aber auch den Vereinsführungen unterklassiger Amateurvereine mit Jugendarbeit ab Minikickern (Foto oben) fällt es heute immer schwerer, genug Ehrenamt und Verbindlichkeit unter Mitgliedern zu erzeugen.

Zum Schluss für das anfangs empfohlene Heft „return  02/18“, das am 18. April erscheint und dann hier erhältlich ist, als Appetitanreger aus dem Inhalt:

  • Heft-Schwerpunkt zum Mobilitätsmanagement im Mittelstand;
  • Strategien und Stellräder für Fuhrpark und Dienstreisen;
  • Korrespondenten-Berichte aus GB, Lettland, Südafrika, Australien;
  • ausführliche Firmenprofile über Dürr und Langner;
  • drei große Interviews: Juwi AG, PSVaG und Wolf GmbH;
  • unberechtigte Ermittlungen gegen Unternehmer;
  • Geldsegen für Gründer aus dem Automobilsektor;
  • richtiges Preis-Management;
  • Einkauf 4.0;
  • Unternehmensfinanzierung und Unternehmerrechte.

Auf den Geschmack gekommen? Dann zur Belohnung jetzt hier noch einmal mit Musik zum Beweis für unsere neue Liebe zur Sachlichkeit:

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