Red Bull gegen den Foodwatch-Flügel

709212_web_R_by_BettinaF_pixelio.de

Red Bull verleiht Flügel, weil man durch den Genuss zum Engel geraten kann, warnt „foodwatch“ akut vor Risiken und Nebenwirkungen von Energydrinks. (Foto: Bettina F/pixelio)

Red Bull, Monster und andere „Energydrinks“ findet Foodwatch als „die Verbraucherorganisation“ – gilt deren Engagement eigentlich unserem Schutz, einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis oder einzig mehr Verboten? – offensichtlich ziemlich fies und ekelig, sieht in dem Dosenzeug gar „gefährliche Wachmacher“ (nicht Weichmacher) und fordert deshalb – wie in Litauen seit Samstag angeblich als Weltpremiere eingeführt – auch in Deutschland einen Verkaufsstopp allerdings nur bezüglich Minderjähriger. Die Pressestelle aus Berlin beruft sich dafür auf Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO und auf irgendwelche Wissenschaftler sowie in der anklagend-mahnenden Mitteilung wahlweise auf einen „Verdacht“, auf ein „Risiko“, auf „Studien“ sowie auf „mögliche Gefahren“. Diffuse Hinweise auf Herzrhythmus-Störungen, Krampf-Anfälle, Nieren-Versagen und sogar Todes-Fälle erwartet unsereins eher auf Packungsbeilagen von Medikamenten. Ich hingegen frage allenfalls (und lasse damit derzeit T-Shirts bedrucken): „Wer trinkt schon freiwillig süße Plörre, die wie flüssiges Gummi schmeckt?“ Das muss reichen als Warnhinweis.

Kids mit komischen Konsumgewohnheiten

Flügel

„Red Bull verteilt Flügel“ dürfte als schicker Slogan zum oberen Bild ( (Th. Kemnitz /pixelio.de) leider ebenso ungeeignet sein, wie zum unteren „Bulls Flügel verpasst Clooney“.

Alarm gehört aber zur Strategie solcher berufsmäßigen Mahner. Manchmal indes ist es ein blinder, der jedoch so viel Staub aufwirbelt, dass Unternehmen unberechtigt im Dunst unterzugehen drohen. Ritter Sport trällerte zuletzt davon ein Lied. Und über die „ziemlich beste Drogenstrategie“ der Bundesregierung und die komischen Konsumgewohnheiten heutiger Kids ist hier aufklärerisch schon an anderer Stelle eindringlich eingegangen worden. Ihr dagegen, aufbrausende foodwatch-Aktivisten im Angestelltenverhältnis (vermutlich), konstatiert selbst gleich im ersten Absatz: „Energydrinks sind vor allem bei jungen Leuten sehr beliebt…“. Die EFSA, sonst selten wahrgenommene Lebensmittelsicherheitsbehörde der EU, habe in einer Studie ermittelt, dass fast jeder dritte Erwachsene auch Energydrinks  konsumiert. Bei den Kindern und Jugendlichen würden sogar 68 Prozent der Teenager zu diesen gefährlichen Getränken greifen. Von ihnen seien zwölf Prozent „high cronic consumers“, die mindestens viermal wöchentlich das Zeug in sich hineinschütten, sowie zwölf Prozent „high acute consumers“ mit mehr als einem Liter pro Konsum. Andere würden platzen und/oder kotzen. Skepsis schäumt in mir auf, wenn ich Eure Quellentransparenz betrachte, beste Foodwatcher: Da verweist Ihr auf „Experten“ der WHO (geht’s etwas genauer?), die im Oktober anhandClooney von Studienergebnissen „ein Verkaufsverbot an Kinder und Jugendliche ausdrücklich empfohlen“ hätten, liefert dann zum Abschluss Deiner Mitteilung aber zur WHO nur einen Link auf die „open science platform“ des Netzwerkes „frontiers“. Auch die weitergehende Information mit alleinigem Hinweis auf Dein „Fakten-Papier“ mutet zumindest einschränkend an. Überzeugender finde ich darin nur Deine brave Auflistung der bisherigen Herstellerangaben auf der Dosen-Rückseite etwa von „Red Bull Energy Shot“, die meines Erachtens allein als Abschreckungsschock dienen dürften. Alle Achtung – „Zutaten: Wasser, Saccharose, Glucose, Taurin, Säuerungsmittel Zitronensäure, Säureregulator Natriumcitrat, Koffein, Glucuronolacton, Inosit, Vitamine (Niacin, Pantothensäure, B6, B12), Süßungsmittel Sucralose, Antioxidationsmittel Ascorbinsäure, Aroma, Farbstoffe (einfaches Zuckerkulör, Riboflavin).“

710207_web_R_by_Walter Eberl_pixelio.de

Dieser Jugendliche hat trotz aller Warnungen von Foodwatch und WHO zu viel Red Bull geschlürft und ist zur Libelle mutiert. Merkregel: Pro Dose wächst ein Paar Flügel. (Foto: Walter Eberl/pixelio.de)

Monster, Red Bull & Co. mit fatalen Folgen?

So reichlich an Zutaten der Energydrink im Zeichen zweier mit den Schädeln aneinander preschenden Stiere sein mögen – zu viele Flügel am Leib bei eifrigem Genuss (je Dose ein Paar) müssten sehr hinderlich sein, wenn man nicht gleich zur Libelle mutieren will. Übrigens: Stiere haben gar keine Flügel. Betroffene jedenfalls rufen (Eigenbezeichnung:) „die Essen702794_web_R_by_Walter Eberl_pixelio.desretter“  von foodwatch direkt auf zur Abstimmung für ein quasi Trinkverbot per E-Mail. Knapp 16.000 haben dort schon ihr Votum abgegeben. Ob’s nur besorgte Eltern waren? Apropos: „Sich zu sorgen“, philosophierte gestern eine Psychologin in meinem Beisein, sei wie das Wippen im Schaukelstuhl: „Man ist beschäftigt, kommt aber nicht voran.“ Naja, ich vermag das Bemühen um jemandes Wohlergehen nicht zu verteufeln. Zurück zum Aufruf: Der Verkaufsstopp an unter 18-Jährige ist ein Ziel. So genannte Energy-„Shots“ sollten generell verboten werden, rät die Organisation, denn jedes dieser kleinen Fläschchen enthalte als bitter schmeckenden Stoff mit anregender Wirkung uns aus Kaffee, Tee und Kolanüssen bekanntes Koffein und die organische Säure Taurin in noch stärkerer Konzentration, wodurch die Gefahr einer handzumgrusÜberdosierung besonders groß sei. Meines Erachtens muss hier zum Abschluss neben Red Bull dringend auch auf den desaströs wirkenden Drink namens Monster hernieder gemahnt werden. Körperliche Effekte wie bei dem Verwender links oben im Bild von Walter Eberl (pixelio.de) kannte ich bislang nur aus dem Asterix-Heft „Kampf der Häuptlinge“ nach dem Kosten des vermeintlichen Zaubertranks beim sich vielfältig verfärbenden Römer Handzumgrus, hier rechts beobachtet von einer anhänglichen und aufmerksamen Eule. Die Vorteile von Milch gegenüber Red Bull nicht nur für Milchbubis erklärt in einer mir völlig fremden Sprache der in Youtube sich überaus üppig und flüssig verbreitende „Petutschnig Hons“ übrigens so:

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.