Risiko IT, Teil 1: Digitalisierung als Chefsache

Fehlende Verständlichkeit zählt zu den größten Problemen der IT-Branche, die damit als Gefahr das Risiko heraufbeschwört, dass Kunden genervt ein Ohnmachtsgefühl überkommt. Mehr Transparenz und weniger Komplexität – damit wäre Beteiligten auf beiden Seiten schon viel geholfen. Ziel von seriösen ITK-Anbietern, davon bin sogar ich überzeugt, sind auch im Preis gewürdigte Lösungen, die das Leben erleichtern. Ziel von uns Abnehmern darf allerdings durchaus sein, dass dann die Erleichterung aber auch tatsächlich funktioniert ohne auf ein eigenes Informatikstudiumdiplom angewiesen zu sein. Äußert fragwürdig, dass ausgerechnet Dell in der nach Stromberg-Vorbild versuchten Video-Reihe „Neulich in der IT“ (siehe oben) lustig gemeinte „DAU-Erlebnisse“ dergestalt umdreht, dass wegen „bekloppter User-Fragen“ im sogenannten Support dem jeweiligen Call-Center-Agent ein Fragezeichen ins Gesicht geschrieben steht. Die Realität in Warteschleifen oder in wundersamen Warnhinweisen nebst Admin-Anweisungen aus dem Hilfsdienst für IT- und/oder TK-Probleme (ich nenn‘ nur: Telekom!) sieht doch gerade bei den Großkonzernen leider meist erschütternd anders aus.

Die Begegnung beider fremden Welten scheitert oft schon an der Sprache. Werfen wir wahrlos nur einen Blick in die „Top IT-Zeitschriften in Deutschland“. Und hier auf das nächstbeste Internet-Angebot des eigentlich als Vermittler geforderten Titels „IT-Mittelstand“, dessen Redaktion jüngst fühlbar begeistert berichtete und schlagzeilte: „Software Asset Management – Virtualisierung bringt Komplexität fürs Lizenzmanagement“. Wie viele Entscheider aus kleinen und mittleren Unternehmen solche kapriziösen Kompliziertheiten kapieren, würde ich gerne mal marktforscherisch bei diesen erfragen. Auf Nachvollziehbarkeit bedacht ist die kommende Ausgabe des Unternehmensführer-Magazins „return“, das am kommenden Aschermittwoch erscheint und den Heft-Schwerpunkt dem „Risiko IT“ im mittelständischen Management widmet. Weltexklusiv – hier vorab veröffentlicht als Appetitanreger – erfährt die Gazetten-Leserschaft nachfolgend aus meinem für diesen Printtitel verfassten Editorial, worum es im Wesentlichen geht:

Die richtige Wahl

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Erscheint am 10. Februar: „return“, das Unternehmermagazin mit Schutzfaktor, unter anderem mit dem IT-Schwerpunkt.

Gute Entscheidungen basieren auf Wissen, nicht nur auf Zahlen. Informationen allein stellen noch kein Wissen dar, werte Leserin und werter Leser, wir verstehen Wissen als gerechtfertigte Meinung, die der Wahrheit nahekommt. Dies ändert sich nicht – auch in Zeiten der sogenannten „digitalen Transformation“. Wer auf Wunder durch Technik wartet, hofft auf Wunschträume, statt sein Geschäftsmodell stets zu ertüchtigen. Heute häufig mit Hilfe von Maschinen.

Für die Unternehmensführung gilt weiterhin, zur eigenen Meinungsbildung relevante Fakten zu sammeln, mit Teams die richtigen Schlussfolgerungen aus ihnen zu ziehen, Er- fahrungen aus der Vergangenheit und Gespür für die Zukunft einzubringen, Ideen und Visionen zur schlüssigen Strategie zu formen und systematisch umzusetzen sowie das Realisierte permanent zu bewerten.

Der Entschluss fällt mittlerweile schwerer, weil Informationstechnologie fast alle Prozesse in Firmen umfasst oder berührt, dadurch komplex wirkt ohne starr zu sein, denn von Neuerungen getriebene Elektronik kommt mit Halbwertszeiten von drei bis fünf Jahren schnelllebig daher. Beschlüsse zum Digitalisieren sind in der Berufswelt von großer Trag- weite für Finanzen und Prozesse. Die richtige Ausstattung beeinflusst nachgewiesen stark Umsatzrendite und Wettbewerbsposition. Das Thema IT ganzheitlich zu betrachten, ist also nicht gerade einfach – jedoch zwingend notwendig.

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Neben dem 30-seitigen IT-Schwerpunkt mit 13 Beiträgen von Journalisten und Gastfachautoren enthält „return 01/16“ zusätzlich Analysen wie hier zu Datenwolkendiensten.

Gesamtsystem bleibt Chefsache

Die richtige Wahl des Gesamtsystems zählt zur Chefsache. Denn wie hoch die Investments in Infrastruktur für Bits & Bytes ausfallen, verdeutlicht das simple Herunterbrechen aller IT-Kosten auf einen Arbeitsplatz in der Organisation. Die Monatsrechnung für Hardware, Software, Datensicherheit und -verfügbarkeit, Energie und Fortbildung mag manchen Manager erschrecken. Doch weder Angst noch Euphorie stehen beim Gestalten der IT-Landschaft gut zu Gesicht, bessere Partner sind Mut und Optimismus.

Weitsichtige Unternehmer benehmen sich indes nicht wie feiernde Fans vor dem Apple Store. Furcht erfasst sie ebenfalls nicht, wenn etwa das Weltwirtschaftsforum wie jüngst vermeldet, dass fünf Millionen Arbeitsplätze in fünf Jahren wegfallen, weil in Industrieländern unter anderem Roboter die Aufgaben übernehmen. Keine Panik packt sie, weil Tech-Blogger über selbstfahrende Autos berichteten, damit sterbe der Beruf des Taxi- und Lkw-Fahrers aus. Ja, neue Technik hat eine Kehrseite. Aber wer will noch eine Mitteilung für Mitarbeiter und Kollegen auf Papier vervielfältigen statt eine Rund-Mail zu schreiben?

Der weltoffene Firmenchef sieht vor allem Chancen, wofür hier nur stellvertretend das Virtual-Reality-Headset „Oculus Rift“ steht, für das schon jetzt die Vorbestellungen deutlich die Produktionskapazitäten übertreffen. Begehrt und ausverkauft – verdient hätte es auch dieses Magazin. Geballte Informationen zur Meinungsbildung und Entschei- dungsfindung hinsichtlich IT versammelt nicht nur unser Heft-Schwerpunkt über Möglichkeiten und Risiken.

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Informatikprofessor Norbert Pohlmann gilt als die Kapazität in puncto IT-Sicherheit und warnt im Exklusiv-Interview auch vor der Software von US-Marktführern wie Microsoft.

Empfohlen seien insbesondere die Interviews mit dem innovativen Unternehmer Uwe Rotermund, mit dem inspirierenden Marketing- und Vertriebschef Dr. Adrian Keppler vom 3D-Druckerhersteller EOS und mit dem interessanten Internet-Sicherheitsprofessor Norbert Pohlmann (hier im Bild). Experten-Gastbeiträge von Autopapst Ferdinand Dudenhöffer, vom führenden IT-Marktforscher IDC und – in der Branche selten aus Deutschland – vom Global Player SAP beleuchten das Digitalspektrum so wie unsere vier Korrespondenten-Berichte aus China, den USA, Großbritannien und Russland. Übereinstimmend liefern zudem unsere beiden Unternehmensporträts über „Blanke Textech“ und „Materna“ vorbildliches Anschauungsmaterial.

Es gibt also viel zu entdecken in unserem Universum aus angepassten und aus nagelneuen Konzepten unternehmerischen Handelns. Die Macher haben gemeinsam, den evolu- tionären Umbruch rechtzeitig erkannt und genutzt zu haben. Nicht immer, aber immer öfter unterstützen sie bei der Entscheidungsfindung und Steuerung clevere IT-Systeme. Das ist gut so. Oder wie Steve Jobs sagte: „Innovation macht den Unterschied zwischen einem Anführer und einem Anhänger aus.“

Ihr
Thorsten Garber
Chefredakteur
„return – Magazin für Unternehmensführung und Sanierung“

PS: „Risiko IT, Teil 2: Der Niedergang von Apple und Gravis“ erscheint schon bald an dieser Stelle und widmet sich dem „katastrophalen Kundenmissmanagement“ (siehe auch Androhung unter „Über dieses Blog“ hier in der rechten Spalte).

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