Zukunft managen

Dr. Joerg Dederichs, Leiter des 3M Geschäftsbereichs Industrieprodukte

Im Interview: Dr. Joerg Dederichs, Geschäftsführer 3M Deutschland und Chef der Industrieprodukte, sehr gesprächig für die heute erscheinende „return 03/2016“. Foto: Bernd Hegert

Die Zukunft managen und Innovationen planen – und dann sogar auch noch beides parallel und systematisch? Unter mittelständischen Unternehmern in meinem Bekanntenkreis schlug mir Skepsis entgegen, schon als ich mit ihnen über die Vorbereitungen zu der ab heute erhältlichen Ausgabe „return 03/2016“ berichtete und diskutierte. Tenor: Uns Mittelständlern verlangt es bereits einiges ab, wenn wir vernünftig das kommende Jahr verlässlich voraussehen wollen. Kurzum: Außer für Konzerne also unmöglich, für ein Unternehmen auf fünf bis zehn Jahre vorab eine Vision und eine Strategie zu entwickeln. Meine Gegenrede: Zukunft ist machbar, Herr Nachbar! Ja, so ist es.

return-03-2016_CoverDenn je weiter das Heft sich mit Inhalten entwickelte, desto mehr stellten sich Aha- und Wow-Effekte ein. Wie viele Unternehmen doch zielgerichtet dem Wegweiser zum Geschäft von Morgen folgen. Gleichwohl hagelte es diesmal besonders viele Absagen von eigentlich namhaften Firmen, die zwar für eine starke Marke stehen, aber leider keinen Blick hinter die Kulissen ihrer Zukunftsplanung gewähren wollten. Genug Hochkaräter als Vorbilder konnte unserer Redaktionsteam dennoch gewinnen: DFKI aus Kaiserslautern, IBM aus Ehningen, Philips aus Hamburg, Scherer & Trier aus Michelau, 3M aus Neuss (die gelben oder rosa Post-it-Klebezettel hier im Bild kennt jeder, aber auch die anderen 1.000 neuen Produkte pro Jahr?), Hyperloop aus Los Angeles, Egon Zehnder aus Hamburg, PoPost-it_Notes_Happy_Collectionrsche Consulting aus Bietigheim-Bissingen oder Wolters Kluwer aus Köln. Die Forscher und Entwickler, Wirtschaftskapitäne und Wissenschaftler, Berater und Digitaltransformatoren in diesen Unternehmungen tragen auf rund 100 Seiten viel bei zur Aufklärung, dass das Morgen durchaus planvoll angegangen werden kann. Leser erfahren darüber hinaus mehr über die Möglichkeiten von lernenden Maschinenhirnen, die mittlerweile auch Emotionen erkennen, über intelligente Ameisen bei Festo oder über Teamwork zwischen Mensch und Roboter bei Kuka.

Zukunft managen, Innovationen entdecken

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Zukunft managen mit Maschinen: eine intelligente Ameise von Festo.

Sehr empfehlenswert ist unser neues Magazin für Unternehmensführung und Sanierung auch deshalb, weil trotz der der Vielzahl von Perspektiven in den verschiedenen Beiträgen in allen eine gemeinsame Botschaft mitschwingt: Für Zukunfts- und Innovationskraft bedarf es in Unternehmen einer nicht ermüdenden Wachsamkeit und Offenheit für Neues, die „Corporate Culture“ muss dafür so beschaffen sein, dass keine Angst vor Fehlern oder vorm Scheitern eingeflößt wird. Zeitgemäßer Führungsstil schenkt dazu Vertrauen und überträgt Veranwortung. Die Agilität der lernenden Organsisation speist sich insbesondere aus Unternehmertum im Unternehmen. Dafür sind meines Erachtens nicht nur Arbeitnehmer im Mittelstand stärker gefordert. Dies ist notwendig, um Geschäftsmodelle zukunftsfähig zu halten oder neue Produkte und Services zu entwickeln. Vor allem aber muss unser Entdeckergeist lebendig bleiben, was ich im Editorial des neuen Heftes mit diesen Worten formuliere:

Sehnsuchtserwachen

Unsere Zukunft ist allgegenwärtig, werte Leserin und werter Leser. Genau heute, zum Erscheinen dieser Ausgabe der 10. August 2016, begann vor 497 Jahren der Portugiese Magellan mit seiner Crew die erste Weltumsegelung. Das war eine Reise ohne Rückkehr für viele und mit Gefahren für alle. Gleichwohl galt schon immer, was der französische Schriftsteller und Pilot Antoine des Saint-Exupéry sinngemäß so empfahl: Wer ein Schiff bauen will, verteile nicht die Arbeit, sondern lehre zunächst die Sehnsucht nach dem wei- ten, offenen Meer.

Es geht also darum, Überzeugung und Glauben dafür aufzubauen, dass es sich lohnt ein neues Ziel anzusteuern. Verlangen nach Fernem wohnt Menschen inne. Das Feuer dafür muss man entfachen. Bei Freizeitabenteuern scheint das mittlerweile so leicht wie das Beobachten wilder Tiere in Afrika. Beim Aufbruch im Betrieb und im Büro begegnen Unternehmensführern eher Bedenken. Management selbst und alle Wirtschaftsförderer sind gefordert, den Weg zum Fortschritt zu weisen. Auch wenn die meisten angesichts unserer von Komplexität geprägten Gegenwart verunsichert am Alten festhalten.

Agil die digitale Transformation anzugehen, gehört derzeit zu den großen He- rausforderungen vor allem für Firmen. Dazu muss Führung auf Intelligenz, Innovation und Evolution vertrauen – und mehr Verantwortung in den eigenen Reihen verteilen. Einfach anfangen, auch in kleinen Schritten. Offensiv infrage stellen: Geht unser Geschäft weiter? Wie ändern wir was, um morgen noch profitabel zu arbeiten? Organisationen gestalten auch Zukunft zeitgemäß, indem sie Chancen aufspüren, Risiken annehmen, Fehler zulassen, Scheitern erlauben. Überlegungen folgen konkrete Umsetzungen, jedoch gehört jede Idee kritisch geprüft und bei berechtigten Zweifeln rechtzeitig verworfen.

Der deutsche Mittelstand verfügt zweifelsohne über Innovationskraft. Aber ist er noch offen und hungrig genug? Trotz unserer „Hidden Champions“ mit ihren Weltmarktführer-Erfindungen erhält das hohe Ansehen auch für Strebsamkeit nach Neuem erste Schäden. Deshalb widmen wir dem verlorenen Potenzial diesmal die Debatte in „return kontrovers“ (S. 30). Wie schnell dagegen Singapur etwa autonome Autos auf die Straße bringt durch staatliche Zentralinitiative, zeigt einer unserer weltweiten Korrespondenten-Berichte im 30-seitigen Heft-Schwerpunkt zum Zukunfts- und Innovationsmanagement (ab S. 36). Dort liefern nicht nur das Interview beim global führenden US-Innovator 3M und das Porträt über den Umbau beim niederländischen Royal Philips hierzulande guten Stoff für vorbildliche Vorstellungen im unternehmerischen Planen und Handeln.

Kommen Sie mit auf unsere Reise dorthin, wo führende Leute heute schon übers Morgen nachdenken. Gedacht als Inspiration, um Sehnsüchte zu wecken.

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Cleveres Känguru: Festo managt Zukunft mit hoppelnden Helfern.

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